- | + Biohandel   online 27.1.2012

 

Nielsen-Studie

Die meisten verstehen Nährwertangaben nicht — Ernährungsumstellung im Kampf gegen Pfunde

Nach einer weltweiten Studie der Nielsen-Markforschung rund um das Thema Gesunde Ernährung gibt mehr als die Hälfte der befragten 25.000 Internetnutzer an, Nährwertinformationen auf Lebensmittelverpackungen nicht oder zumindest nicht vollständig zu verstehen. Bei den befragten 500 Verbrauchern aus Deutschland können 56 Prozent nichts oder nur teilweise etwas mit den Informationen anfangen, 44 Prozent sagten, sie würden die Nährwertangaben größtenteils verstehen. Als wichtigste Maßnahme im Kampf gegen überschüssige Pfunde gilt den Befragten in Deutschland die Umstellung der Ernährung.

Wie gut Verbraucher aus anderen europäischen Ländern die Nährwertangaben verstehen, zeigt Abb. 1. Die Glaubwürdigkeit der Nährwertangaben beurteilen die Verbraucher unterschiedlich: Mehr als 90 Prozent der Befragten in Deutschland halten Informationen zum Kaloriengehalt immer bzw. manchmal für glaubwürdig – nur zehn Prozent vertrauen diesen Angaben nie. Ähnlich sieht es bei Informationen zum Fettgehalt oder zur Herkunft des Lebensmittels aus. Weniger Vertrauen haben die Verbraucher dagegen bei Aussagen wie „naturbelassen“, wobei auch hier mehr als zwei Drittel der Befragten in Deutschland dieser Angabe immer oder zumindest manchmal vertrauen. 54 Prozent trauen der Angabe „Förderung der Herzgesundheit“ (siehe Abb. 2). „Je enger die Nährwertinformationen mit der konkreten Rezeptur des Lebensmittels verknüpft sind, desto glaubwürdiger scheinen sie in den Augen des Verbrauchers“, kommentiert Petra Kacnik, Director Consumer Research für Nielsen DACH das Ergebnis.

Wenn Lebensmittel mit gesundheitlichen Vorteilen beworben werden, greifen die Verbraucher in Deutschland nach eigenen Angaben besonders häufig zu mit Jod angereichertem Kochsalz sowie ballaststoffreichen Vollkornprodukten. Ähnlich sieht es in Europa aus (siehe Abb. 3).

Ernährungsumstellung: Die Hälfte setzt auf natürliche, frische Lebensmittel

Der Studie zufolge hält sich die Hälfte der Befragten weltweit für mehr oder weniger übergewichtig, in Deutschland sind es rund 60 Prozent. Als wichtigste Maßnahme im Kampf gegen überschüssige Pfunde gilt den Befragten in Deutschland die Umstellung der Ernährung (73% Zustimmung), gefolgt von körperlicher Bewegung (54%). Diätpillen oder ähnliches sowie verschriebene Medikamente spielen nur eine untergeordnete Rolle. Wenn die Ernährung umgestellt wird, liegt der Hauptfokus der Verbraucher in Deutschland auf der Reduktion von Schokolade und Zucker (81%) sowie Fett (75%). An dritter Stelle folgt, schon etwas abgeschlagen, der Verzehr von mehr natürlichen, frischen Lebensmitteln (52%). Die berühmte „FdH“-Diät gerät eher in den Hintergrund: Im Vergleich setzen eher wenige Verbraucher in Deutschland (24%) darauf, die Portionsgrößen einfach zu reduzieren (s. Abb. 4). In Europa fällt die Zustimmung zu dieser Diätmethode im Schnitt noch höher aus (42%) (s. Abb. 4).

Der englischsprachige Report zur Studie mit dem Titel „Battle of the Bulge & Nutrition Labels - Healthy Eating Trends Around the World“ kann kostenlos per E-Mail bei marie-luise.sebralla@nielsen.com angefordert werden.

 

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