- | + Biohandel   online 27.9.2011

 

DLG-Verbraucherstudie

Regionalität wichtiger als Bio und Nachhaltigkeit

Wer regionale Produkte im Angebot hat, kann sich freuen: Für 45 Prozent der Verbraucher ist das Thema Regionalität am wichtigsten – noch vor Bio (22%) und Nachhaltigkeit (21%). Das ergab eine Umfrage unter 1.500 Verbrauchern im Rahmen einer Studie des Vereins Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG). Regionalität ist dabei vor allem ein Produkt-Thema und kein ethisches Thema: 97 Prozent der Verbraucher gaben an, regionale Produkte zu kaufen, weil sie explizit aus der persönlich definierten Region stammen. Zudem glauben 61 Prozent, dass das Thema Regionalität keine Modeerscheinung ist, sondern ein langfristiger Megatrend. Für Lebensmittelproduzenten und Handel empfiehlt die DLG eine verstärkte "kommunikative Inszenierung" regionaler und lokaler Aspekte und ein Qualitätssiegel.

Die Zustimmung zu der These "Ich fühle mich wohl in meiner Region" war in allen sozialen Milieus mit 89 Prozent sehr hoch. Die Thesen "Ich liebe meine Region" und "Ich identifiziere mich mit meiner Region" unterstrichen noch 73 bzw. 71 Prozent der Verbraucher, wobei die Süddeutschen die größte Affinität zu ihrer Heimat hatten. Allerdings gibt es schichtspezifische Unterschiede bei der Definition von Region: Während Personen mit hoher Bildung darunter den Großraum um ihre Stadt verstehen, sieht das untere und mittlere soziale Milieu eher ein Bundesland als Region. Über 40 Prozent der Verbraucher sind auch interessiert an anderen Regionen, so dass Regionale Wochen und regionale Spezialitäten im Handel aus Sicht der DLG ihre Berechtigung haben.

Kornkraft
Bio von hier: Kornkraft hat die Wichtigkeit des Themas Regionalität beim Verbraucher längst erkannt

Beim neuen Typus der regionalen Handelsmarken ist die Werbestrategie konventioneller Handelskonzerne offenbar aufgegangen: "Unser Norden" (Coop Schleswig-Holstein) und NRW-Heimatprodukte der Rewe schneiden aus Verbrauchersicht besonders gut ab. Anhand von TV-Spots der Marken hohes C und Landliebe wurde getestet, welche Bilder denn tatsächlich das Gefühl der Region/Regionalität abbilden würden. Aus den Ergebnissen zieht die DLG folgende Schlüsse: "Regionalität ist ein hoch emotional besetztes Thema, das es entsprechend zu inszenieren gilt. Nicht wenige Verbraucher fassen Regionalität in ihrer größten Form auf: Produkte aus Deutschland. Je undifferenzierter der Wissensstand ist, umso schneller lassen sich Allgemeinplätze prägend verankern." (hf)

Die Studie ist für 75 Euro (zzgl. MwSt.) bei der Agentur taste! (www.taste.de) oder bei der DLG, g.oppenhaeuser@dlg.org erhältlich.

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