- | + Biohandel   online 26.9.2011

 

Strahlenbelastung

Foodwatch fordert strengere Grenzwerte

Seit dem Reaktor-Unfall in Fukushima melden sich laut Foodwatch viele Menschen bei der Verbraucherschutzorganisation, die Angst vor strahlenbelasteten Lebensmitteln aus Japan haben. In Europa gebe es nach wie vor keine Hinweise darauf, dass hoch belastete Produkte aus Japan im Handel seien. Allerdings habe die Europäische Union die Grenzwerte so hoch angesetzt, dass sie die Einfuhr und den Verzehr radioaktiv belasteter Nahrungsmittel erlaubten, so Foodwatch. Und das, obwohl genügend unbelastete Lebensmittel verfügbar seien.


Selbst in den von Tschernobyl betroffenen Staaten Weißrussland und Ukraine gelten strengere Höchstgrenzen als in der EU, betont Foodwatch – mit der Folge, dass Lebensmittel, die dort wegen ihrer Strahlenbelastung nicht mehr gehandelt werden dürften, legal in der EU verkauft werden könnten.

Die hohen Grenzwerte widersprächen laut Foodwatch zudem EU-Recht, das einen vorsorgenden Gesundheitsschutz vorschreibe. Die Verbraucherschutzorganisation und die Deutsche Sektion der Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkriegs (IPPNW) fordern deshalb in einer Protestaktion an die Bundesregierung und die zuständigen EU-Kommissare:

  • „Die Grenzwerte für die Belastung von Nahrungsmitteln mit Cäsium müssen drastisch reduziert werden – und zwar von derzeit bis zu 600 Becquerel Cäsium pro Kilogramm auf maximal 16.
  • Für die Belastung von Nahrungsmitteln mit radioaktivem Jod-131, das eine sehr kurze Halbwertszeit hat, muss die Null-Toleranz gelten.
  • Im Normal- wie im Katastrophenfall muss ein einheitliches Grenzwertregime gelten. Bislang kann die Europäische Kommission nach einem atomaren Unglück – wie bei Fukushima zunächst geschehen – die Grenzwerte für Nahrungsmittel lockern, und zwar im Alleingang und ohne jede parlamentarische Kontrolle. Das muss beendet werden!“

Wer die Protestaktion unterstützen und sich ebenfalls für strengere Grenzwerte bei Lebensmitteln einsetzen will, kann dies tun unter www.foodwatch.de/aktion-strahlenschutz

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