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Neuer EHEC-Verdächtiger Bio-Bockshornkleesamen[6.7.2011, 12.00 Uhr] Für die jüngsten EHEC-Ausbrüche in Deutschland und Frankreich waren „mit hoher Wahrscheinlichkeit“ bestimmte Chargen von aus Ägypten stammenden Bockshornkleesamen verantwortlich. Dies teilte das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) mit. Auf die Spur führte die Behörden ein EHEC-Ausbruch in Frankreich mit dem gleichen Erreger-Stamm wie in Deutschland. Das Verbindungsglied mit dem niedersächsischen Bio-Sprossenanbieter, den die Behörden für den Ausbruch in Deutschland verantwortlich machen, war eine 15 Tonnen große Charge Bockshornkleesamen. Sie war, laut einem Bericht der europäischen Lebensmittelbehörde EFSA, am 24. November 2009 von einem ägyptischen Erzeuger via Antwerpen an einen deutschen Importeur geliefert worden, der sie am 15. 12. 2009 erhalten hatte. Über verschiedene Zwischenhändler wurden sowohl der niedersächsische Sprossenanbieter als auch der französische Caterer aus dieser Lieferung versorgt. Gefunden wurde der Erreger auf den Samen allerdings bisher noch nicht. Generelle Warnung vor Sprossen bleibt in KraftLaut BfR werde diese Charge und eine zweite aus dem Jahr 2010 über zehn Tonnen rückverfolgt und verbliebene Samen aus dem Verkehr gezogen. Das BfR schreibt: „Bislang gibt es keine konkreten Hinweise, dass auch andere Samenarten und -chargen durch unhygienische Produktionsbedingungen im Herkunftsland oder durch Kreuzkontaminationen bei Zwischenhändlern und Empfängern kontaminiert wurden. Dennoch ist dies möglich.“ Deshalb bleibe es vorerst bei der Warnung, keine Sprossen für den Eigenbedarf zu ziehen und keine Sprossen oder Keimlinge zu verzehren, die nicht gründlich durchgegart wurden. Die EU hat zusätzlich die Einfuhr aller Samen und Bohnen zur Sprossenherstellung aus Ägypten vorübergehend ausgesetzt. Sekem und Lebensbaum nicht betroffenWer die beteiligten Unternehmen sind, geht aus dem EFSA-Bericht nicht hervor. Auf Nachfrage von BioHandel bestätigten der ägyptische Erzeuger Sekem und der deutsche Kräuter- und Gewürzspezialist Lebensbaum, dass sie in diese Lieferung nicht involviert seien. Sekem teilte darüber hinaus mit, Analysen hätten ergeben, dass „alle von Sekem-Firmen in den vergangenen zwei Jahren an Abnehmer auf nationalen und internationalen Märkten gelieferten Bockshornkleesamen frei von EHEC-Erregern sind“. Der gemahlene Bockshornkleesamen von Sonnentor stammt aus Österreich, der Bockshornklee in den Currys von Herbaria aus Indien. „Die aktuelle Charge ist EHEC-frei“, sagt Produktmanagerin Stephanie Landsmann und weist darauf hin, dass die Currys sowieso mit den Gerichten gekocht werden. Keimgut und Sprossen ohne BefundGegen eine Verteufelung der Sprossen – auch im Fachhandel - wandte sich der oberbayerische Anbieter Sprossen Paradies. Das Unternehmen zieht Sprossen an und verkauft sie direkt und an den Bio-Großhandel. Während der Direktverkauf leicht zunahm, sei der Verkauf über den Großhandel eingebrochen, teilte das Unternehmen mit. Dabei seien alle Proben des Saatguts und frischer Sprossen negativ gewesen. Der Sprossenanbieter Frischkeim weist darauf hin, dass in Nordrheinwestfalen sowohl das Saatgut als auch die fertigen Produkte aller Sprossenerzeuger regelmäßig in sehr kurzen Abstände kontrolliert werden müssen. Auch hier waren alle Laborergebnisse ohne Befund. Auch die Bioforce AG meldete für ihre A.Vogel BioSnacky-Saaten und die daraus gezogenen Sprossen, dass sie EHEC-frei seien. Ernst Härter, Geschäftsführer des Naturkost Südbayern e.V., rief in seinem aktuellen Rundschreiben die Mitgliedsläden auf, Sprossen anzubieten. „Präsentiert die Ware zusammen mit Informationsmaterial der Hersteller und vertraut auf die Entscheidungskompetenz der Kunden. Es ist nicht wichtig, wie Politik und Behörden die Sache handhaben oder wie darüber in den Medien berichtet wird, sondern ob unsere Ware in Ordnung ist.“ Seinen Vorstoß begründet Ernst Härter so: „Bis der Vorgang geklärt und Entwarnung für Sprossen gegeben wird, werden Produzenten, die sich auf dieses Geschäft spezialisiert haben, vom Markt verschwunden sein. Zumindest wenn der Handel sich weiterhin zurückhält.“
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