- | + Biohandel   online 23.3. und 19.4.2011

 

Atomkatastrophe

Welche Folgen hat der Gau für Bio-Lebensmittel aus Japan?

Sind Bio-Lebensmittel aus Japan radioaktiv belastet? Die Frage besorgter Kunden bekommen Ladner öfter zu hören. Die klare Antwort: Produkte, die jetzt im Regal stehen, sind sauber. Denn sie wurden lange vor dem GAU produziert und nach Deutschland verschifft. Die zukünftige Versorgung mit Miso, Shoyu oder Wasabi wird die Atomkatastrophe womöglich beeinträchtigen. Einige Importeure kündigten bereits Preiserhöhungen an

Spendenaktion von Lima

Der belgische Hersteller Lima will mithelfen, eine Schule eine Schule in der Stadt eines japanischen Lieferanten wieder aufzubauen. Das Unternehmen hat dafür 50.000 Euro als Soforthilfe bereitgestellt und ein Spendenkonto eingerichtet:

IBAN: BE59 7310 1715 4726
SWIFT/BIC: KREDBEBB
Kennwort: HELP JAPAN.

„Es wird Verlorenes nicht zurückbringen, aber den Menschen helfen, erste Maßnahmen zu finanzieren und Hoffnung zu schöpfen“, schreibt der Hersteller zu seiner Aktion. Die langjährigen japanischen Geschäftsfreunde, ihre Familien und Freunde seien glücklicherweise wohlauf und auch die meisten Firmengebäude seien intakt. Lima bittet, auch zu helfen, indem man weiterhin japanische Produkte kauft. Durch die strengen Qualitätskontrollen sei sichergestellt, „dass nur 100 % einwandfreie Ware in den Handel gelangt.“

Neuer Zwischenbericht zu Japan

Von Heuschrecke gibt es einen neuen Zwischenbericht zu Japan, Tee, und Grenzwertdiskussionen, nachzulesen unter:


http://www.heuschrecke.com/blog/blog-post/2011/04/18/zwischen-nachrichten-aus-japan.htm

Tee wird ab Mai geerntet

Heuschrecke bezieht Tee aus zwei Regionen Japans, die 500 und 1200 Kilometer vom Unglücksort entfernt liegen. „Die Strategie des Teelieferanten und unseres Importeurs ist, die auf Lager liegenden Tees, so schnell es geht, aufzubereiten und zu exportieren“, schrieben die Heuschrecke-Geschäftsführer Heinz-Dieter Gasper und Ursula Stübner in ihrem Blog. Gemeint ist damit die unbelastete Ernte 2010. „Was die nächsten Tage und Wochen für die neue Ernte ab Anfang Mai bringen, liegt leider nicht mehr in Menschenhand. (..) Kommt es zur Freisetzung von großen Mengen radioaktiven Materials, sagen letztlich nur Analysen etwas aus.“ Um für zukünftige Vergleiche einen Nullwert zu bekommen, lässt Heuschrecke derzeit die Radioaktivität vorhandener Tees analysieren. Klar ist: „Es wird auf jeden Fall zu Knappheiten und Preiserhöhungen kommen.“ Lebensbaum teilte mit, man beziehen grundsätzlich keine Grüntees aus Japan, sondern aus China und Indien. (Infoblatt für Ladner)

Preiserhöhung ab April

„Wir sind im ständigen Kontakt mit unserem Exporteur Mitoku“, schrieb Ute Schulze von Arche Naturkost in ihrem Kunden-Info. „Mitoku hat seinen Firmensitz in Tokio und organisiert die Zusammenarbeit mit den vielen kleinen Herstellerbetrieben. Die Mitarbeiter bei Mitoku und unserer Herstellerbetriebe sind wohlauf.“ Und weiter:„Wir haben einen guten Lagerbestand und die nächsten zwei Container sind schon im Hafen bzw. auf See. Für die danach folgenden Lieferungen kann es eng werden. Durch die langen Reife- und Verarbeitungszeiten gibt es in Japan Lagerbestände vieler Produkte. Wir klären derzeit, wie wir unseren Bestand aufbauen können, um die Lieferfähigkeit auch zukünftig sicher zu stellen. Für diese Maßnahmen wird eine Preiserhöhung bereits zum 01. April unumgänglich sein.“ Zusätzlich lässt Arche bei weiteren Lieferungen „die Produkte planvoll auf Radioaktivität analysieren.“

Importeure lassen messen

Auch bei Muso in Osaka, dem Partner von Ruschin Makrobiotik, ist alles wohlauf, ebenso in den Herstellerbetrieben. Noch gibt es keine Engpässe. „Bis Ende Mai und je nach Produkt darüber hinaus erhalten wir Bestände aus alter Ernte“, erklärt Monika Ruschin. „Weitere Entwicklungen zu dieser aktuellen Situation werden beobachtet. Unser Partner Muso in Japan richtet strikte Kontrollen ein und wir in Deutschland werden ebenso die Kontrollen zusammen mit der Lebensmittelbehörde abstimmen.“ Ob eine Preiserhöhung notwendig sein werde, lasse sich noch nicht absehen.

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