- | + Biohandel   3/2010

Biohandel 01/2010  

>> Aktion Beste Bio-Läden 2009/2010

[Bioladen: Hollerbirl Naturkost, Neustadt an der Waldnaab]

Profi-Bio-Tante-Emma-Laden

BBLMonika und Franz Josef Baeck wollten ihren Laden eigentlich Löwenzahn nennen. Der von Nachbarn empfohlene Name Hollerbirl ist Mundart der Region Oberpfalz und bedeutet Holunderbeere. Und damit ist marketingtechnisch eigentlich auch schon Wesentliches zum Laden und seinem Konzept gesagt: Mit seinen 70 Quadratmetern ist dieser Bioladen für die 6.200 Einwohner von Neustadt an der Waldnah so etwas wie der Nah-Versorger – das reichhaltige Käse-, Brot- sowie Obst- und Gemüseangebot lockt viele Kunden an, die manchmal erst auf den zweiten Blick nach Bio-Produkten suchen. Dazu trägt sicherlich auch das wöchentliche Frischfleisch-Angebot – auf Bestellung – bei. Die Nachfrage ist so groß, inzwischen gibt es frisches Putenfleich sogar im regulären Sortiment.

Hollerbirl
Große Leistung auf kleiner Fläche: Monika und Franz Josef Baeck (vorne rechts) vom Bioladen Hollerbirl Naturkost und ihre zehn Mitarbeiterinnen.

Entstanden ist Hollerbirl Naturkost in den späten 80er Jahren aus einer Erzeuger-Verbraucher-Gemeinschaft. 1993 angefangen als an einem Tag in der Woche geöffneter Laden im Arbeitszimmer von Monika Baeck mit nur zwölf Quadratmetern, musste man schon ein Jahr später wegen des Platzbedarfs für Gemüseregal und Glastürkühlschrank in das etwas größere Arbeitszimmer von Franz Josef Baeck umziehen. 1999 verdoppelte man die Verkaufsfläche durch einen Anbau. Im Keller wurden eine Kühlzelle und ein Lastenaufzug installiert – und Hollerbirl hatte an drei Tagen in der Woche geöffnet. 2002 kam dann der vorläufig letzte Bauabschnitt: Aus der ehemaligen Garage wurde ein weiterer Verkaufsraum. Helle große Fenster, eine einladende Front und ein eigener Parkplatz haben nach und nach ein richtiges Geschäft entstehen lassen. Bei genauem Hinsehen lassen sich die einzelnen Wachstumsschritte noch an Schwellen und Durchbrüchen erkennen.

HollerbirlBlick in den Laden: Hier haben Kunden eine große Auswahl

Guter Service kompensiert Standortnachteil

Neben Frische und kompetenter Fachberatung haben Monika und Franz Josef Baeck schnell verstanden, wie man an einem eher schlechten Standort abseits der Innenstadt in einer kleinen Stadt erfolgreich einen Bioladen betreibt: Bei Naturkost Hollerbirl wird an der Obst- und Gemüsetheke noch bedient. Dabei finden oft wichtige Kundengespräche statt. Monika Baeck erklärt die Zubereitung und verrät Rezeptideen. Inzwischen sind aus dieser service-orientierten Haltung der Baecks kleine neue Geschäftsideen geworden: Neben einem Lieferservice können sich die Kunden individuelle Präsentkörbe oder eine Käseplatte zusammenstellen lassen – und zehn Mitarbeiter sorgen dafür, dass Monika und Franz Josef Baeck mit Stolz inzwischen 80 Prozent ihrer Kunden als treue Stammkunden bezeichnen. Dafür bekommt Hollerbirl bei der Leserwahl 2009 in der Kategorie Bioladen vier Medaillen verliehen.

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