Im Rahmen eines vom Umweltbundesamt (UBA) geförderten Forschungsprojektes haben wir an der Frankfurter Goethe-Universität Mineralwasser auf dessen Belastung mit Umwelthormonen untersucht. Wir wussten, dass Lebensmittel mit bestimmten Umwelthormonen kontaminiert sein können. Allerdings haben wir es in der Realität nicht nur mit einer einzelnen Chemikalie, sondern mit einer Vielzahl von Umwelthormonen zu tun. Um diese Cocktaileffekte einzubeziehen, haben wir die gesamte Hormonaktivität von Mineralwasser gemessen.
Gemeinsam mit Professor Dr. Jörg Oehlmann habe ich in dem Projekt zahlreiche Mineralwassermarken auf deren Östrogenaktivität untersucht. Enthält das Wasser Umwelthormone, die wie das weibliche Sexualhormon wirken, können wir Aussagen über die hormonelle Belastung des Mineralwassers treffen. In zwölf der 20 untersuchten Mineralwassermarken konnten wir eine erhöhte Hormonaktivität nachweisen. Deren Höhe hat uns überrascht. Wir hatten nicht erwartet, eine so massive östrogene Kontamination in einem Lebensmittel vorzufinden, das strengen Kontrollen unterliegt.
Mit unseren Versuchen konnten wir belegen, dass zumindest ein Teil der Umwelthormone aus der Kunststoffverpackung stammt. Wir haben Mineralwasser aus Glas- und Plastikflaschen verglichen und konnten zeigen, dass die östrogene Belastung in Wasser aus PET-Flaschen etwa doppelt so hoch ist, wie in Wasser aus Glasflaschen. Ein Grund dafür könnte das Auslaugen von Plastikadditiven, wie zum Beispiel Weichmachern, aus den PET-Flaschen sein. Noch können wir allerdings nicht abschätzen, ob die östrogene Kontamination des Mineralwassers ein gesundheitliches Risiko darstellt. Dazu müssen wir erst herausfinden, welche Chemikalien für die hormonelle Aktivität verantwortlich sind.
Fest steht aber schon jetzt, dass die Problematik der Umwelthormone nicht nur stärker in den Fokus der Wissenschaft gerückt wird, sondern auch von Politik und Behörden ernst genommen werden muss. Mündige Verbraucherinnen und Verbraucher können ihren Teil dazu beitragen. |
Der Gesetzgeber stellt strenge Anforderungen an die Qualität von PET-Flaschen, Glasflaschen sowie der zugehörigen Verschlüsse. Diese werden von uns mit großem Sicherheitsabstand eingehalten. Ein engmaschiges Netz von Maßnahmen zur Qualitätssicherung sorgt dafür, dass wir dies jederzeit sicherstellen können.
Es gibt eine Debatte um verschiedene Stoffe, die von den Medien aufgegriffen wurden:
1. Antimon: Es wurde von Antimonspuren in Mineralwasser aus PET-Flaschen berichtet. Ebenso wie andere Lebensmittel kann auch Mineralwasser Antimon in Spuren enthalten. Grundwasser und Mineralwasser, das antimonhaltige Gesteine durchfließt, kann dabei sehr geringe Mengen dieses Stoffes aufnehmen. Antimon wird auch bei der Herstellung von PET-Flaschen verwendet. Es kann in Spuren – Bruchteile von Millionstel Gramm pro Liter – aus der Flaschenwand in das Getränk übergehen. Gesundheitlich ist Antimon in dieser Größenordnung vollkommen unbedenklich. In Europa gilt bei Trinkwasser und Mineralwasser für Antimon ein Grenzwert von
5 μg/l. Unser Mineralwasser liegt deutlich unter 1 μg/l.
2. Acetaldehyd: Diese Substanz kommt in vielen Lebensmitteln, vor allem in Obst, aber auch in Wein und Bier in deutlich höheren Mengen vor, als durch PET auf Getränke übertragen werden kann. Wie bei allen qualitätsrelevanten Parametern haben wir für unsere PET-Flaschen sehr niedrige Grenzwerte festgelegt. Somit stellen wir sicher, dass unsere Produkte durch Acetaldehyd nicht geschmacklich beeinträchtigt werden. Eine gesundheitliche Beeinträchtigung ist selbstverständlich ausgeschlossen.
3. Hormone: Wir haben unsere Produkte in unseren PET-Mehrwegflaschen, in PET-Einwegflaschen und Glasmehrwegflaschen bei dem bekannten Institut SGS-Fresenius untersuchen lassen. Alle Untersuchungen waren ohne Befund. Das bedeutet, es waren keine Hormone oder hormonähnliche Substanzen in unseren Produkten nachweisbar. |