- | + Biohandel   1.7.2009

Ökolandbau 2008

Sechs Prozent mehr Bio-Bauern

Im Jahr 2008 ist die Zahl der Bio-Bauern um 5,9 Prozent auf jetzt 19.813 gestiegen. Der Anteil der ökologisch bewirtschafteten Fläche nahm um knapp fünf Prozent auf 907.786 Hektar zu. Damit liegt der Bio-Anteil an der Gesamtzahl der landwirtschaftlichen Betriebe nun bei 5,3 Prozent, der Bio-Anteil an der gesamten landwirtschaftlichen Nutzfläche bei 5,4 Prozent. Dieser Anstieg liegt etwas niedriger als im Jahr davor, aber weiterhin deutlich über den Steigerungsraten der Jahre 2005 und 2006.

Tabelle: Ökologischer Landbau in Deutschland

Dass der Bio-Markt für Verarbeiter und Händler weiterhin interessant ist, zeigt das Plus von 14 Prozent bei den Verarbeitern. Neu hinzugekommen sind auch 117 Betriebe, die Bio-Erzeugnisse sowohl verarbeiten als auch importieren. Das entspricht einem Anstieg von 20 Prozent. Noch stärker wuchs die Zahl der zertifizierten Bio-Händler mit plus 32 Prozent. Insgesamt waren Ende 2008 29.244 Unternehmen als Erzeuger, Verarbeiter, Importeure, Händler oder Futtermühlen im Öko-Sektor tätig.

„Der Ökolandbau trotzt der Wirtschaftskrise“, kommentierte das Landwirtschaftsministerium seine Zahlen. Sie beruhen auf den Angaben, die die Kontrollenstellen zum Stichtag 31.12.2008 an die Bundesländer gemeldet haben. Zweistellig wuchs die Zahl der Biobauern in Rheinland-Pfalz, dem Saarland und den Stadtstaaten Berlin und Bremen. Auch Thüringen und Bayern lagen noch über dem Durchschnitt. In Nordrhein-Westfalen hingegen stagnierte die Zahl der Biobauern.

Rückgang bei Kartoffeln und Ölsaaten

Weitaus detaillierter als die amtlichen Zahlen sind die Strukturdaten, die von der inzwischen abgewickelten ZMP (Zentrale Markt- und Preisberichtstelle) erhoben wurden. Sie beruhen auf hochgerechneten Angaben der neun wichtigsten deutschen Kontrollstellen. Daraus ergibt sich, dass die Ackerflächen 2008 leicht zurückgingen. Betroffen waren davon Kartoffeln, Ölsaaten wie Raps, Sonnenblumen und Leinsamen sowie Leguminosen. Zu groß sei bei den Hülsenfrüchten für viele Landwirte das Ertragsrisiko, obwohl Eiweißfuttermittel immer wieder gesucht würden, kommentierte die ZMP.

Plus bei Legehennen und Mastschweinen

Die Strukturdaten listen auch den Bio-Anteil bei einzelnen Produkten auf. So sind inzwischen 13 Prozent der in Deutschland geernteten Strauchbeeren und Möhren „bio“. Bei Äpfeln liegt der Anteil bei 8,5 Prozent, bei Speisekartoffel sind es fast sieben Prozent. Stark zugenommen hat die Zahl der aufgestallten Legehennen (plus 10 Prozent) und der Mastschweine (plus 25 Prozent). Dennoch kommen weniger als ein Prozent aller Schnitzel aus Bioställen.
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