In einem offenen Brief an den Naturkostfacheinzelhandel hat Rapunzel-Chef Joseph Wilhelm vorgeschlagen, die Bioläden einen Tag lang zu schließen. Anlass ist die Aktion Genfrei Gehen, die am 18. Juni in Berlin startet. „Sollte an einem Aktionstag bundesweit der Einzelhandel teilnehmen und dafür seine Ladentüre schließen, wäre das ein unübersehbares Zeichen“, schreibt Joseph Wilhelm. Er geht mit gutem Beispiel voran und lässt die Werkstore in Legau an diesem Tag geschlossen.
Auch Zwergenwiese-Chefin Susanne Schöning lässt für einen Tag die Produktion ruhen und reist mit ihrer Belegschaft nach Berlin. „Ich wünsche mir sehr, dass vor allem auch Einzelhändler diese einmalige Chance der Profilierung gegenüber dem LEH nutzen und gleichzeitig ihren Kunden beweisen, dass sie für genfreie Naturkost zum äußersten Mittel greifen und sich persönlich einsetzen.“ Befürchtungen von Einzelhändlern, dass die eintägige Schließung mit Umsatzverlusten verbunden sein könnte, begegnet sie mit dem Argument: „Einen Feiertag überlebt man schließlich auch.“ Aus Sicht von Joseph Wilhelm ist die Gefahr vor Umsatzausfällen ebenfalls nicht bedrohlich, wenn die Aktivitäten im Einzelhandel rechtzeitig kommuniziert werden. Der größte Teil der durch eine Ladenschließung verlorenen Umsätze dürfte sich auf den Tag davor oder danach verlagern. Die Schließung würde symbolhaft auf die massive Gefahr durch die grüne Gentechnik hinweisen und wirkungsvoll aufzeigen, was in naher Zukunft Realität werden könnte: Dass wegen verunreinigter Biolebensmittel die Ladentüre über kurz oder lang für immer geschlossen bleibt. Rapunzel bietet den Läden Plakate zur Information der Kunden an.
Als drittes Unternehmen, das seine Werkstore am 18. Juni schließt, hat sich die Neumarkter Lammsbräu gemeldet. Sie will ebenfalls mit der kompletten Belegschaft anreisen. An der Aktion in Berlin können Bio-Hersteller und Großhandelsfirmen in ihrem Outfit und unter ihrem Logo teilnehmen, um damit die „Arten-Vielfalt“ der Branche zu demonstrieren. So könne die Branche Flagge zeigen, um von der Politik ernst genommen zu werden. In einem fünfwöchigen Marsch nach Brüssel will Joseph Wilhelm Mut machen, sich für das Ziel einer gentechnikfreien Zukunft für alle einzusetzen.
Infos unter www.genfrei-gehen.de