- | + Biohandel   aktuell - online - 26.11.2008/1.12.2008

Bio-Eier

Tierschützer wittern Skandal

Die Tierrechtsorganisation PETA will einen Eier-Skandal aufgedeckt habe. Sie stellte Videoaufnahmenvor, die belegen sollen, dass die Firma Landkost-Ei Eier aus Käfighaltung im großen Stil zu Freilandeiern und Bio-Eiern und umetikettiert haben. Die Tierschützer gehen davon aus, dass bis zu 300.000 Eier täglich falsch deklariert im konventionellen LEH verkauft wurden. Als Beteiligte des Handels nannte PETA den Biogeflügelhof Deersheim, einen Betrieb, der zum Unternehmen Eskilden gehört. Deersheim dementierte diese Darstellung Nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums handelt es sich um ein Missverständnis seitens der Tierschützer. Die Staatsanwaltschaft Potsdam hat ein Ermittlungsverfahren gegen die Firma Landkost-Ei eingeleitet

Stellungnahmen

 

Das PETA-Video zeigt zuerst konventionelle Freilandeier, die bei Kaiser’s und Edeka gekauft und über den aufgedruckten Zahlencode zurückverfolgt wurden. Statt Freilandhaltungen fanden die Tierschützer Bodenhaltung oder ausgestaltete Käfige, so genannte Kleinvolieren vor. Danach dokumentiert das Video einen Besuch in einem weiteren Stall. Die dort geprinteten Eier weisen einen Biocode auf. Im Stall selbst leben die Tiere in Käfigen. Der Eiercode verweist auf die Farm Buschwiese Farm B 4 in der Ortschaft Motzen. Nach Auskunft von PETA sei dieser Betrieb in dem Video zu sehen.

Der Betrieb selbst gehört zum Bio-Geflügelhof Deersheim in Sachsen-Anhalt. Dessen Geschäftsführerin bestätigte gegenüber BioHandel, dass in dem Video tatsächlich die Farm Buschwiese gezeigt wurde. Die Käfige im Bild rechtfertigte sie so: „Die Filmaufnahmen können nur aus der Eingewöhnungs-Zeit der Tiere stammen. In dieser nur wenige Tage dauernden Phase nach dem Umstallen müssen die Tiere sich an das Haltungssystem für Legehennen gewöhnen. Dies ist lebenswichtig für die Tiere, denn sie müssen für später erst lernen, wo sie Futter und Wasser finden. Diese Tatsache ist auch der Öko-Kontrollstelle und dem Ökoverband bekannt und befindet sich im Einklang mit den Normen. Im Übrigen werden die Eier aus dieser Gewöhnungsphase nicht als Bio-Eier verkauft. Nach der Gewöhnungsphase erhalten die Tiere dann den Zugang zu Boden- und Freiflächen.“ Der Anbauverband Gäa teilte mit, dass Deersheim kein Gäa-Betrieb sei, vie von PETA behauptet. Der Geflügelhof sei Mitglied im Verbund Ökohöfe, dem ehemaligen, aber inzwischen ausgeschlossenen Landesverband Sachsen-Anhalt der Gäa.

Stallhaltung nur wegen Vogelgrippe?

Ein Sprecher des brandenburgischen Landwirtschaftsministeriums erklärte, es handele sich insgesamt um ein Missverständnis seitens der PETA. Es gebe seit 20. Oktober eine Aufstallungsverfügung des zuständigen Veterinäramtes. Alle Hühner (Freiland und Bio) müssen seither wegen Vogelgrippegefahr im Stall bleiben. Ein Verkauf der Eier als Freilandeier sei vom Gesetz her noch zwölf Wochen über diesen Termin hinaus möglich. Nach Angaben der PETA stammen die Aufnahmen vom 23. Mai und 25 Juli 2008. . In dem Film sind sommerlich gekleidete Menschen zu sehen sowie ein Tag der offenen Tür bei Landkost, der im Juni 2008 stattfand. Zudem zeigen laut PETA die Aufnahmen, dass „die Freiläufe an beiden Standorten in den letzten zwei Jahren offensichtlich von keinem Huhn betreten und genutzt worden sind.“.

PETA behauptet in ihrer Mitteilung, die Bio-Eier von Landkost-Ei würden über Deersheim vertrieben. Nach Angaben des Biogeflügelhofes Deersheim verkauft dieser Bio-Eier an Landkost-Ei und nicht umgekehrt. PETA schreibt dagegen, über Deersheim würden die Bio-Eier an weitere bekannte Handelskonzerne verkauft: „So werden die Eier bei Rewe unter der Rewe-Eigenmarke ‚Füllhorn’, bei Edeka unter der Edeka-Eigenmarke ‚Bio Wertkost’, bei Coop unter der Coop-Eigenmarke ‚Bio Coop’ und bei Penny unter der Eigenmarke ‚Naturgut’ angeboten.“ Auch der Babynahrungshersteller Hipp beziehe seine Eier von dem Biohof, der offensichtlich Strohmann-Funktion habe, so die PETA in ihren nicht belegten Vorwürfen weiter.

Sowohl der Bio-Geflügelhof Deersheim als auch Landkost wiesen die Vorwürfe der PETA als „haltlos“ zurück. Hipp verwies darauf, dass es seinen Lieferanten Deersheim zusätzlich zu allen anderen Kontrollen ebenfalls „regelmäßig - auch unangemeldet – kontrolliert“. Rewe kündigte an, bis auf weiteres keine Freiland- und Bio-Eier von den Betrieben Landkost-Ei und Bio-Geflügelhof Deersheim zu beziehen. Die Staatsanwaltschaft Potsdam hat nach Angaben eines Sprecher aufgrund der „präzisen Darstellung“ von PETA die Ermittlungen gegen Landkost-Ei aufgenommen.

Die Landkost-Ei EZG GmbH ist einer der großen deutschen Eier-Produzenten. Sie verfügt nach eigenen Angaben an Standorten in Brandenburg, Sachsen und Sachsen-Anhalt über insgesamt etwa drei Millionen Legehennenplätze sowie 600.000 Aufzuchtsplätze für Junghennen. Pro Jahr produziert Landkost rund eine Milliarde Eier. Rund die Hälfte der Legehennenplätze entsprächen alternativen Haltungsformen, also Bodenhaltung, Freiland oder Bio. Über ihre Bio-Eier macht die Firma ansonsten keinerlei Angaben.

Der Biogeflügelhof Deersheim war zu DDR-Zeiten ein Zentrum der Legehennenzucht. Die ehemalige LPG wurde 1991 von der Familie Eskildsen übernommen und seit 1995 Schritt für Schritt auf Bio-Erzeugung umgestellt. Der Betrieb gehört dem Verbund Ökohöfe an, das ist quasi der sachsen-anhaltinische Landesverband der Gäa. Eskildsen ist einer der größten Bio-Eier-Erzeuger Deutschlands und beliefert vorwiegend den LEH.

(leo)
Zuletzt aktualisiert 1.12. 9:00

Stellungnahmen:

Stellungnahme der Landkost-Ei EZG GmbH

Falsche Vorwürfe von PETA und ZDF (Frontal21) - angeblicher "Eier-Betrug" entpuppt sich als Seifenblase

Die von der Tierrechtsorganisation PETA Deutschland e.V. am Mittwoch verbreiteten Vorwürfe angeblicher "Eier-Um- bzw. Falschetikettierungen" erweisen sich als haltlos.

Die Tierrechtsorganisation PETA hat am Mittwoch in Berlin behauptet, einen angeblichen "Eier-Betrug" aufgedeckt zu haben. Videomaterial, das schlafende und zum Schutz vor Vogelgrippe eingestallte Legehennen zeigt, soll als angeblicher Beleg für falsche Etikettierungen von „Bio“- und „Freiland“-Eiern bei der Landkost-Ei GmbH in Bestensee bei Berlin dienen.

„Die von PETA erhobenen Vorwürfe sind ausnahmslos falsch und unbegründet" stellt Dr. Heinz Pilz, Geschäftsführer der Landkost-Ei GmbH klar. Die Landkost-Ei GmbH produziert in ihren eigenen Betrieben Eier in Bodenhaltung und Freilandhaltung. Ferner werden in gesonderten Stallungen Eier in Käfighaltung produziert, die in separaten Vertriebswegen als Eier aus Käfighaltung verkauft werden.

Für die Haltungsformen der Boden- und Freilandhaltung gibt es in der Verordnung (EG) Nr. 557/2007 eine klare gesetzliche Regelung:

Für Legehennen in Bodenhaltung sind Ausläufe im Freien nicht vorgesehen. Für Freilandeier ist vorgesehen, dass die Hennen prinzipiell tagsüber Zugang zum Auslauf im Freien haben müssen. Zum Schutz der Legehennen vor Seuchen, wie der Vogelgrippe, ist jedoch mit der Geflügelpestverordnung vom 18. Oktober 2007 eine generelle Stallpflicht in Deutschland eingeführt worden, von der die zuständigen Landkreise Ausnahmen zulassen können. Der Landkreis Dahme-Spreewald hat am 20. Oktober 2008 für die Gemarkung Bestensee die Aufstallung angeordnet, nachdem in Sachsen ein Fall von Vogelgrippe nachgewiesen worden war. Seither befinden sich unsere Legehennen in den Stallungen. Die Verordnung (EG) Nr. 557/2007 sieht in Artikel 12 für den Fall solcher Beschränkungen, die zum der Schutz der Gesundheit verhängt werden, ausdrücklich vor, dass Eier bis zu 12 Wochen nach der Aufstallung weiterhin als Eier aus Freilandhaltung vermarktet werden dürfen, auch wenn die Legehennen während dieser Beschränkungen keinen Zugang zum Freiland haben.

„Die falschen Vorwürfe, die hier von PETA erhoben werden, sind nur dadurch zu erklären, dass sich die PETA-Aktivisten mit den geltenden Haltungsvorschriften nicht vertraut gemacht haben. Unsere Anwälte sind beauftragt, alle rechtlichen Schritte vorzubereiten." erläutert Dr. Pilz das weitere Vorgehen der Landkost-Ei GmbH.

„Alle Eier, die unseren Betrieb verlassen sind ausnahmslos einwandfrei und zutreffend gemäß den geltenden Haltungs- und Etikettierungsvorschriften etikettiert und gestempelt“, so Dr. Pilz. „Wer etwas anderes behauptet, spielt mit dem berechtigten Vertrauen der Verbraucher in die kontrollierten alternativen Haltungsformen.“

Hintergrund: Die Landkost-Ei GmbH ist Mitglied im Verein für kontrollierte alternative Tierhaltungsformen e. V. (KAT), Bonn. Das Futter bezieht die Landkost-Ei GmbH ausschließlich aus zertifizierten deutschen Futtermühlen.

Landkost-Ei EZG GmbH
Hamburg

1. Stellungnahme Bio-Geflügelhof Deersheim GmbH

Falsche Vorwürfe auch gegen Bio-Geflügelhof Deersheim GmbH - von PETA und ZDF (Frontal21) unterstellter "Eier-Betrug" entpuppt sich als haltlos

Die von der Tierrechtsorganisation PETA Deutschland e.V. am Mittwoch verbreiteten Vorwürfe angeblicher "Eier-Um- bzw. Falschetikettierungen" erweisen sich als haltlos.

Die Tierrechtsorganisation PETA hat am Mittwoch in Berlin behauptet, einen angeblichen „Eier-Betrug“ aufgedeckt zu haben. Videomaterial, das schlafende und zum Schutz vor Vogelgrippe eingestallte Legehennen zeigt, soll als angeblicher Beleg für falsche Etikettierungen von „Bio“- und „Freiland“-Eiern dienen.

„Die Bio-Geflügelhof Deersheim GmbH hält als Bio-Betrieb alle gesetzlichen Vorgaben zur Erzeugung von Eiern aus ökologischer Haltung ein“ stellt Frau Dr. Knust, Geschäftsführerin der Firma, klar und ergänzt: „Zu den aktuellen Vorwürfen ist zu sagen, dass bei unseren Deersheimer Farmen alle Tiere in das Freiland gehen können. Seit dem Frühjahr besteht in Deersheim eine Ausnahmegenehmigung von der Aufstallungsanordnung.“

Laut EU-Öko-Verordnung müssen die Tiere an mindestens einem Drittel ihrer Lebenstage Zugang zum Auslauf haben. Diese Auflagen erfüllen wir vollständig. Dennoch sind natürlich immer Tiere im Innenbereich anzutreffen.

Farmen, die wir in Brandenburg gepachtet haben, unterliegen jedoch wegen der Vogelgrippegefahr einer Aufstallungsanordnung: Zum Schutz der Legehennen vor Seuchen, wie der Vogelgrippe, ist mit der Geflügelpestverordnung vom 18. Oktober 2007 eine generelle Stallpflicht in Deutschland eingeführt worden, von der die zuständigen Landkreise Ausnahmen zulassen können. Der Landkreis Dahme-Spreewald hat am 20. Oktober 2008 für die Gemarkung Bestensee die Aufstallung angeordnet, nachdem in Sachsen ein Fall von Vogelgrippe nachgewiesen worden war. Seither befinden sich Legehennen unserer gepachteten Betriebe in den Stallungen.

Wir befinden uns dennoch vollständig in Einklang mit allen erforderlichen Bio-Normen unter anderem (EWG) Nr. 2092/91.

Der Vorwurf, wir hätten mit Bio-Stempel geprintete Käfigware der Firma Landkost weiterverkauft ist haltlos und falsch.

Angesichts der Bedeutung der falschen Vorwürfe haben wir unsere Anwälte gebeten, unverzüglich rechtliche Schritte gegen die Urheber einzuleiten.

Hintergrund: Die Bio-Geflügelhof Deersheim GmbH wird permanent von Behörden, Verbänden und Vereinen kontrolliert, unter anderem vom Amt für Landwirtschaft Anhalt, vom Verbund Ökohöfe - Gäa Sachsen-Anhalt e.V und vom Verein für kontrollierte alternative Tierhaltung e.V.. Alle Prüfergebnisse zeigen, dass die festgelegten gesetzlichen Normen eingehalten werden.

Bio-Geflügelhof Deersheim GmbH
Deersheim

2. Stellungnahme vom Bio-Geflügelhof Deersheim GmbH

Die in den letzten Tagen veröffentlichten falschen Vorwürfe von PETA gegen die Bio-Geflügelhof Deersheim GmbH wurden heute durch erste vorläufige amtliche Prüfergebnisse widerlegt. Unterdessen hat das Unternehmen den Verantwortlichen von PETA eine Unterlassungserklärung samt Fristsetzung zugestellt.

„Wir haben den Kontrolleuren und den Medien vollen Zugang zu unseren Farmen gewährt, denn wir haben nichts zu verbergen“, so Dr. Ute Knust, Geschäftsführerin der Bio-Geflügelhof Deersheim GmbH „und die ersten Prüfberichte bestätigen, dass bei uns alles mit rechten Dingen zugeht.“

Die Prüfer von Grünstempel e.V. und von der Landesanstalt für Landwirtschaft haben sich am heutigen Tage vor Ort davon überzeugen können, dass bei der Bio-Geflügelhof Deersheim GmbH alle Vorschriften und die umfangreichen selbst auferlegten Verpflichtungen eingehalten wurden.

„Dazu gehören hier in Deersheim selbstverständlich auch die Zugänge der Tiere zu den Freigehegen. Insgesamt ist dies der Nachweis, dass unsere Bio-Eier im Handel voll und ganz Bio-Eier sind. Dies gilt selbstverständlich auch für Farmen in Landkreisen mit amtlichen Aufstallungsanordnungen" sagt Dr. Ute Knust und fährt fort: „Wir gehen natürlich davon aus, dass uns auch alle weiteren Prüfergebnisse entlasten werden und damit das Vertrauen der Verbraucher wieder hergestellt wird.“

Der vorgeblichen Tierschutzorganisation PETA hat die Firma heute eine anwaltliche Unterlassungs- und Verpflichtungserklärung zukommen lassen. „Wir werden im nächsten Schritt wohl eine einstweilige Verfügung gegen die falschen Vorwürfe, Rufschädigung und die grob herabsetzenden Äußerungen beantragen und bereiten bereits die nächsten rechtlichen Schritte - insbesondere Schadensersatzklagen – vor“ teilt Dr. Ute Knust weiterhin mit.

Hintergrund:

Die Bio-Geflügelhof Deersheim GmbH wird permanent von Behörden, Verbänden und Vereinen kontrolliert, unter anderem vom Amt für Landwirtschaft Anhalt, vom Verbund Ökohöfe - Gäa Sachsen-Anhalt e.V und vom Verein für kontrollierte alternative Tierhaltung e.V. Alle Prüfergebnisse zeigen, dass die festgelegten gesetzlichen Normen eingehalten werden.

3. Stellungnahme Bio-Geflügelhof Deersheim 4.12.2008

„Vorwürfe amtlich entkräftet“

Die Vorwürfe gegen die Bio-Geflügelhof Deersheim GmbH sind für deren Sachsen-Anhaltiner Farmen amtlich entkräftet. Die Tierschutzorganisation PETA hatte dem Geflügelhof vorgeworfen, gegen den Tierschutz zu verstoßen und Eier umzudeklarieren. Die jetzt schriftlich vorliegenden Untersuchungsergebnisse der Landesanstalt für Landwirtschaft und Gartenbau in Bernburg (Prüfung am 27.11.2008), des Amtes für Landwirtschaft und Flurneuordnung Dessau (Prüfung am 28.11.2008) und des zuständigen Veterinäramtes - Landkreis Harz (Tierschutzrechtliche Prüfung am 28.11.2008) entlasten das Unternehmen für die Betriebsteile in Deersheim und die auch in Deersheim befindliche zentrale Bio-Packstelle vollständig.

„Wir sind immer sicher von entlastenden Untersuchungs-Ergebnissen ausgegangen und jetzt sehr froh, dass wir über diese verfügen.“ so Dr. Ute Knust, Geschäftsführerin der Bio-Geflügelhof Deersheim GmbH. „Wir sind selbstbewusst, denn wir haben uns immer an alle Normen und Vorschriften gehalten und sind teilweise sogar darüber hinaus gegangen. Dies tun wir auch heute und werden es in Zukunft tun“.

Die Ergebnisse der Untersuchungen der Farmen in Brandenburg liegen noch nicht alle abschließend schriftlich vor. Die Bio-Geflügelhof Deersheim GmbH geht aber auch dort von einwandfreien Ergebnissen und einer Entlastung aus.

Hintergrund:

Die Bio-Geflügelhof Deersheim GmbH wird permanent von Behörden, Verbänden und Vereinen kontrolliert, unter anderem vom Amt für Landwirtschaft Anhalt, vom Verbund Ökohöfe – Sachsen–Anhalt e.V. und vom Verein für kontrollierte alternative Tierhaltung e.V.(KAT). Alle Prüfergebnisse zeigen, dass die festgelegten gesetzlichen Normen eingehalten werden.

Bio-Geflügelhof Deersheim GmbH

4. Stellungnahme Bio-Geflügelhof Deersheim 8.12.2008

„Vorwürfe für brandenburger Standorte widerlegt“

Die Vorwürfe gegen die Bio-Geflügelhof Deersheim GmbH sind jetzt auch abschließend für deren in Brandenburg an den Standorten Bestensee und Spreenhagen gepachteten Farmen widerlegt. Die Tierschutzorganisation PETA hatte dem Geflügelhof vorgeworfen, gegen den Tierschutz zu verstoßen und Eier umzudeklarieren.

Nachdem bereits am 4.12.2008 für die Betriebsteile in Deersheim und die auch in Deersheim befindliche zentrale Bio-Packstelle eine amtliche Entkräftung vorlag, liegt nun auch für die Brandenburger Betriebsteile eine schriftliche Entlastung vor.

Grünstempel e.V. hat als Ergebnis seiner Anlasskontrollen am 27.11./28.11.2008 in den Betriebsteilen in Brandenburg - unter Einbeziehung der Beurteilungen des Ministeriums für ländliche Entwicklung, Umwelt und Verbraucherschutz des Landes Brandenburg – bekannt gegeben, dass keiner der Vorwürfe von PETA bestätigt werden konnte.

Grünstempel e.V. ist eine staatlich, durch die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung bundesweit zugelassene Öko- Kontrollstelle.

„Damit ist dieser Unsinn endlich und endgültig vom Tisch“, so Dr. Ute Knust, Geschäftsführerin der Bio-Geflügelhof Deersheim GmbH. „Jetzt blicken wir in die Zukunft und werden unseren Kunden weiter wie bisher erstklassige Bio-Eier liefern.“

Hintergrund:

Die Bio-Geflügelhof Deersheim GmbH wird permanent von Behörden, Verbänden und Vereinen kontrolliert, unter anderem vom Amt für Landwirtschaft Anhalt, vom Verbund Ökohöfe - Sachsen-Anhalt e.V. und vom Verein für kontrollierte alternative Tierhaltung e.V.(KAT). Alle Prüfergebnisse zeigen, dass die festgelegten gesetzlichen Normen eingehalten werden.

Bio-Geflügelhof Deersheim GmbH

Stellungnahme Hipp

Die Firma Hipp stellt hiermit richtig, dass sie keine Eier von der Firma Landkost bezieht.

Die für Hipp gelieferten Eier stammen vom Biohof Deersheim. Der Biohof Deersheim ist von der EU-Öko-Kontrollstelle Grünstempel und dem Bio-Verband Verbund Ökohöfe e. V.  zertifiziert und wird von Hipp regelmäßig - auch unangemeldet - kontrolliert.

Bestandteil des Hipp-Audits ist es, sicherzustellen, dass von diesem Hof ausschließlich Eier aus garantierter und kontrollierter ökologischer Produktion für Hipp geliefert werden. Um die von Hipp geforderte Premium-Qualität zu gewährleisten, werden darüber hinaus routinemäßig Analysen durchgeführt. Hierbei wird auch auf Rückstände getestet, die bei einer einwandfreien ökologischen Erzeugung in Eiern auf keinen Fall vorkommen dürfen (Pestizide, Medikamente etc.). Jegliche Belastung der Eier würde bei einer solchen Analyse sofort bemerkt. Hipp hat die Ökoqualität der gelieferten Eier unzweifelhaft sichergestellt. Es besteht für unsere Kunden und Verbraucher keinerlei Anlass zur Beunruhigung.

HiPP GmbH & Co. Vertrieb KG
Pfaffenhofen

1. Stellungnahme der Tierschutzorganisation PETA

PETA Deutschland e.V. weist die Berufung der Firmen Landkost und Biohof Deersheim auf die Aufstallungsgebote im Gebiet Spreenhagen und Bestensee in scharfer Form zurück und wirft den sozusagen auf frischer Tat ertappten Firmen seinerseits falsche Behauptungen in der Öffentlichkeit vor. Behördlich bestätigt ist mittlerweile, dass für den Standort Spreenhagen, wo die Freilaufhaltung stattfinden soll, zwischen März 2008 und Oktober 2008 (20.10.2008) kein Aufstallungsgebot gab. Die PETA-Aufnahmen von dort stammen v. 23.5. und 25.7.2008, die ZDF-Frontal 21-Aufnahmen v. 7.10.2008. Kein Tier war jemals im Freilauf. Ähnliches gilt für den Biohaltungs-Standort Bestensee: Zwischen dem 10.6. und 20.10.2008 bestand auch dort kein Aufstallungsgebot. Die Aufnahmen über die Anlagen in Bestensee stammen v. 23.5. und 25.7.08, die Nachtaufnahmen v. 7.8.08. Die ZDF-Aufnahmen, die nicht gesendet wurden, v. 7.10.2008.

Es ist vollkommen irrelevant, wenn sich Landkost in seinen öffentlichen Äußerungen auf ein - unstreitiges - Aufstallungsgebot ab dem 20.10.2008 beruft. Wie Frontal 21 unwidersprochen berichtet und wie auch von den Aufnahmen der Außenanlagen geschlussfolgert werden kann, sind die Freiläufe an beiden Standorten in den letzten 2 Jahren offensichtlich von keinem Huhn betreten und genutzt worden.

„Wer als großindustrieller Agrarier der Öffentlichkeit weismachen will, dass seine Intensivtierhaltung (auch Bodenhaltung ist Intensiv- und Massentierhaltung) "einwandfrei" sei und seine als Bio- und Freilandeier vermarkteten Produkte von Tieren stammen, die in dem hier fraglichen Zeitraum offensichtlich nicht draußen waren, muss sich Unseriosität und Verbrauchertäuschung vorwerfen lassen“, so der promovierte PETA-Agrarexperte Dr. Edmund Haferbeck.

Die Regelungen der Aufstallungsgebote und der dort geltenden Übergangsfristen sind nicht nur bekannt und bei der Präsentation berücksichtigt, sondern sind in den ausführlichen Strafanzeigen ausführlichst, sogar mit Anlagen, vorgetragen worden. Gerade weil die Vogelgrippen-Aufstallungsgebote hier nicht greifen, besteht hinreichender Tatverdacht des Betruges.

„Dass sich die industrielle Agrarindustrie auf die Vogelgrippe-Hysterie beruft und sich die tierschutzwidrigen Gesetzlichkeiten der Aufstallungspflichten zunutze macht, obwohl die Virulenz des Vogelgrippevirus eindeutig der weltweiten industriellen Intensivtierhaltung zuzuschreiben ist, ist ein weiteres Indiz für die rücksichtslose Ausbeutung des Mitgeschöpfes Huhn, welches ebenfalls unter den Schutz der Verfassung fällt“, so Dr. Haferbeck weiter.

PETA Deutschland e.V. kündigt weitere Enthüllungen aus den Betriebsabläufen in der Firma Landkost an.

PETA Deutschland e.V. ist zusammen mit seinen Schwesterorganisationen mit über zwei Millionen Unterstützern die weltweit größte Tierrechtsorganisation. Ziel der Organisation ist es, durch Aufdecken von Tierquälerei, Aufklärung der Öffentlichkeit und Veränderung der Lebensweise jedem Tier zu einem besseren Leben zu verhelfen.

2. Stellungnahme der Tierschutzorganisation PETA, 5.12.2008

„Hennen nicht in Freilandhaltung“

„Der Standort Deersheim in Sachsen-Anhalt war nie Thema der Recherche von PETA Deutschland e.V., dort wurde nicht ermittelt. Es geht allein um die Standorte Bestensee und Spreenwald in Brandenburg, also von den Betriebsgeländen der Firma Landkost-Ei. Die Staatsanwaltschaft Potsdam hat am 28. November 2008 ein Strafermittlungsverfahren eingeleitet, Az. 4107 Js 58600/08.

Der Biohof Deershein ist nur im Bezug auf die Handelsbeziehungen zu Landkost relevant. PETA konnte im Zeitraum von März bis Anfang Oktober Video- und Fotomaterial erstellen, das zeigt, dass die Hennen, die bei Landkost (u.a. auch für den Biohof Deersheim) angeblich in Freiland- oder Biohaltung gehalten werden, gerade nicht so gehalten wurden. Landkost versuchte dies nachträglich mit einer Aufstallungsgebot wegen Vogelgrippe zu erklären. Diese bestand allerdings erst ab dem 20.10.2008. Für den Zeitraum der PETA-Ermittlungen herrschte kein Aufstallungsgebot von Geflügel und auch keine Übergangsfristen.

Wenn die Behörden diese Woche in den brandenburgischen Standorten von Landkost jetzt keine Mängel in den Ställen feststellen, so ist das in Bezug auf die PETA-Ermittlung irrelevant. Diese bezieht sich ausdrücklich auf die Zeit vom 7. März bis Anfang Oktober 2008."

PETA Deutschland e.V

3. Stellungnahme der Tierschutzorganisation PETA, 9.12.2008

„Ergebnisse der Staatsanwaltschaft Potsdam sind maßgebend“

„Wenn die Behörden in diesen Tagen in den brandenburgischen Standorten von Landkost, wo auch der Bio-Geflügelhof Deersheim Bio-Eier produzieren lässt, jetzt keine Mängel in den Ställen feststellen, so ist das in Bezug auf die PETA-Ermittlung vollkommen irrelevant. Diese bezieht sich ausdrücklich auf die Zeit vom 7. März bis Anfang Oktober 2008“, so Dr. Haferbeck, wissenschaftlicher Berater der Tierrechtsorganisation PETA Deutschland e.V.

Die im Übrigen sich auf die Haltungsbedingungen unter Tierschutzaspekten konzentrierten Kontrollen nach dem 26.11.2008 widerlegen weder den Vorwurf der Kennzeichnungs-Manipulationen der Eier im Sommer 2008 noch, dass die Tiere in dem angegebenen Zeitraum nicht im Freilauf waren und deshalb auch nicht die Vorgaben zur Produktion von Bio- und/oder Freilaufhaltungseier aufwiesen. Die frühere Argumentation der Betroffenen, dies sei den Aufstallungsgeboten in der dortigen Region geschuldet, sieht PETA Deutschland e.V. als widerlegt an, da in den Zeiten der PETA-Ermittlungen keine zwingenden Aufstallungsgebote mit den entsprechenden Übergangsfristen bestanden.

Die diesbezügliche Strafanzeige und neuerliche sachdienliche Ermittlungserkenntnisse, die PETA Deutschland e.V. bei der Staatsanwaltschaft Potsdam eingereicht hat, gehen im Übrigen weit über diese Kontrollfragen hinaus. Nicht umsonst hat die Staatsanwaltschaft Potsdam, die unter dem Aktenzeichen 4107 Js 58600/08 ein Strafermittlungsverfahren u.a. wegen des Verdachts des Betruges gegen die Verantwortlichen der Firma Landkost eingeleitet hat, von einer „präzisen Darstellung“ gesprochen, die am 9.12.2008 mit weiteren Ermittlungserkenntnissen schriftlich ergänzt worden sind.

PETA Deutschland e.V.

Stellungnahme des Vereins für kontrollierte alternative Tierhaltungsformen (KAT)

Aufgrund der aktuellen Thematik bezüglich der Freiland- und Bio-Eier im Rahmen der Berichterstattung des ZDF-Frontal21 und der PETA geben wir eine Darstellung des tatsächlichen Sachverhaltes:

Die Landkost Ei GmbH hat vom zuständigen Landratsamt Aufstallungsgebote im Frühjahr und Herbst 2008 erhalten während der Wildvogelflugphase als Präventionsmaßnahme im Hinblick auf die Vogelgrippe. Die gesetzliche Vorgabe besagt, dass während eines behördlichen vorgegebenen Aufstallungsgebotes die Eier noch zwölf Wochen als Freilandware vermarktet werden dürfen, obwohl die Tiere in den Ställen verbleiben. Danach muss Auslauf gewährt werden, bei einem erneuten Gebot gilt die Vorgabe von 12 Wochen erneut.

Das von PETA vorgelegte Bildmaterial wurde bei einem nächtlichen Einbruch aufgenommen. Während der Ruhezeit befinden sich die Hennen natürlicherweise zum Schutz auf ihren Sitzstangen bzw. ziehen sich in das Volierensystem zurück. Die Aussage, dass die Hennen keinen Platz hätten, ist schlichtweg nicht sachgemäß.

Das von PETA ebenfalls gezeigte geschlossene System zeigt Junghennen, die weniger als 21 Wochen alt sind und zur Eingewöhnung in dem Versorgungssystem (Wasser, Futter, Sitzstangen Nester) gehalten werden müssen, um sich später orientieren zu können. Nach der Eingewöhnung erhalten die Hennen selbstverständlich Auslauf in den Scharrraum und ins Freiland. Das wird anhand von Protokollen geprüft.

Der Vorwurf einer Umetikettierung auf Bioware wird erhoben, Beweise gibt es dafür aber nicht. Wir werden das anhand der Warenbewegungen, Protokolle und Isotopenbewertungen umfassend prüfen und klarstellen.

An der Neutralität der KAT-Zertifizierungsstellen besteht keinerlei Zweifel. Trotzdem werden wir eine bisher nicht mit KAT zusammenarbeitende Zertifizierungsstelle nach vorhergehender Schulung der Auditoren beauftragen, eine angemessene Stichprobenkontrolle/Crossaudits zur Verifizierung der Ergebnisse der Audits durchzuführen. KAT hat außerdem eine außerordentliche Vorstandssitzung einberufen.

Inzwischen wurde von den zuständigen Landesbehörden bestätigt, dass die Tiere in den betreffenden Betrieben artgerecht gehalten werden. In diesen Fällen wurden die Tatsachen von der PETA nicht korrekt recherchiert und stellen somit nicht die Realität dar. Die Vorwürfe der PETA sind also haltlos.

 

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