- | + Biohandel   10/2007 - Zusatzartikel

Basic/Lidl

BasicDas Engagement der Schwarz-Gruppe bei Basic bewegt derzeit die Gemüter in der Branche.

Um ein breites Meinungbild zu dieser Entwicklung zu erhalten, fragte BioHandel rund 50 Hersteller und Großhändler aus der Bio-Branche nach ihrer Einschätzung. Konkret wurde gefragt:

  • Wie stehen Sie zu dem Einstieg der Schwarz-Gruppe bei Basic?
  • Befürchten Sie einen Glaubwürdigkeitsverlust für die Branche?
  • Welche sozialen Werte sollte die Branche unbedingt einhalten?
  • Können Sie sich vorstellen, wegen einer Verletzung von sozialen Werten eine Zusammenarbeit einzustellen?
  • Wenn ja, wann wäre dieser Punkt erreicht?

Lesen Sie die Beiträge der Firmen, die uns geantwortet haben:

Sinfo

Wie stehen Sie zu dem Einstieg der Schwarz-Gruppe bei Basic?

Ich würde z.B. nie mit J. Bush Geschäfte machen, oder mit Lidl, auch wenn das Angebot noch so vielversprechend wäre.

Befürchten Sie einen Glaubwürdigkeitsverlust für die Branche?

Selbstverständlich, das bleibt doch nicht aus.

Welche sozialen Werte sollte die Branche unbedingt einhalten?

Die, auf welche sie anfangs aufgebaut hat.

Können Sie sich vorstellen, wegen einer Verletzung von sozialen Werten eine Zusammenarbeit einzustellen?

Ja.

Wenn ja, wann wäre dieser Punkt erreicht?

Wenn Lidl seine Praktiken auch bei Basic durchsetzt (Schund zu Dumpingpreisen, Ausbeutung von Mitarbeitern, evtl. gentechnisch veränderte Lebensmittel anbietet).

Sonnentor

Markus Mantsch

Wie stehen Sie zu dem Einstieg der Schwarz-Gruppe bei Basic?

Grundsätzlich ist Sonnentor der sehr guten und fruchtbaren Entwicklung von Basic am deutschen und österreichischen Markt sehr dankbar. Sonnentor möchte jedoch nicht, dass grundsätzliche, ethische Vorgehensweisen durch den Einstieg der Schwarz-Gruppe bei Basic geändert werden und ist vorerst einer Beteiligung einer ursprünglich konventionellen Handelskette bei einer Biohandelskette nicht negativ eingestellt, da durchaus die Möglichkeit besteht, dass sich daraus Synergien entwickeln können.

Solange die Grundsätze und Philosophie des „leben und leben Lassens“ nicht beeinträchtigt werden, wird Sonnentor vorläufig keine Schritte und Maßnahmen gegen diese Beteiligung setzen. Sonnentor war nie direkter Lieferant von Basic, da dieser vom deutschen Großhändler Dennree beliefert wurde. Dennree wird die Belieferung von Basic ab Herbst 2007 einstellen, da dieser große Risken für die Bio-Branche und auch für sich selbst durch die Beteiligung der Schwarz-Gruppe bei Basic sieht.

Befürchten Sie einen Glaubwürdigkeitsverlust für die Branche?

Nein. Sonnentor hat den Fachhandel seit mittlerweile fast 20 Jahren mitentwickelt. Deshalb ist Sonnentor der Meinung, dass es zu keinem Glaubwürdigkeitsverlust kommen wird.

Welche sozialen Werte sollte die Branche unbedingt einhalten?

Sonnentor glaubt an die Kreisläufe im wirtschaftlichen und im sozialen Miteinander. Frei nach dem Grundsatz: „Leben und leben Lassen!“

Können Sie sich vorstellen, wegen einer Verletzung von sozialen Werten eine Zusammenarbeit einzustellen?

Sonnentor würde mit keinem seiner Partner eine Zusammenarbeit weiterführen, wenn dieser die ihm wichtigen sozialen Werte bewusst missachtet und verletzt.

Wenn ja, wann wäre dieser Punkt erreicht?

Vor allem dann, wenn Sonnentor seinen Mitarbeitern und Lieferanten Druck von Kunden weitergeben muss, denn in diesem Falle können seine Grundwerte nicht mehr eingehalten werden.

Oasis

Reni Schatz

Wie stehen Sie zu dem Einstieg der Schwarz-Gruppe bei Basic?

Ich betrachte dies skeptisch - genauso wie damals als Lidl groß mit TransFair eingestiegen ist.

Ich finde, die ursprüngliche Idee mit der "wir alten Ökos" vor 25/30 Jahren angetreten sind, geht mehr und mehr verloren.

Damals sollte was verändert und bewegt werden, vieles wollte besser gemacht werden. Das Geldverdienen stand nicht so wie heute im Mittelpunkt. Heute hat sich dies alles sehr verschoben. Veränderung ist gut und wichtig- doch ich finde, dass dabei nicht die ursprünglichen Wurzeln gekappt werden sollten, sonst geht die komplette Pflanze kaputt.

Befürchten Sie einen Glaubwürdigkeitsverlust für die Branche?

Ja, vor allem sehe ich einen Wandel zu Bio erster und zweiter Klasse. Und dann ist sicherlich nicht lange zu warten, bis der nächste Bio-Skandal kommt, der letztendlich der gesamten Bewegung schaden wird und vielleicht dort überhaupt nicht verursacht wurde...

Welche sozialen Werte sollte die Branche unbedingt einhalten?

Den ökologischen und fairen Gedanken- ich denke, dass diese beiden Aspekte nicht von Bio zu trennen sind

Können Sie sich vorstellen, wegen einer Verletzung von sozialen Werten eine Zusammenarbeit einzustellen?

Da wir nach wie vor direkt beliefern und nicht über den Großhandel, sind wir bei Basic nicht gelistet.

Bio-Korb

Andreas Burk

Wie stehen Sie zu dem Einstieg der Schwarz-Gruppe bei Basic?

Es zeigt, das einige Unternehmen im Bio-Bereich auf dem Weg sind, so zu werden wie es der konventionelle Sektor schon länger war. Mehr Gegeneinander als Miteinander, Bio wird nur als Rohwaren-Bio aber nicht als Bio-Ethik verstanden. Desto größer die Unternehmen, desto häufiger entsteht eine gewisse Gierigkeit, die nicht zur Bio-Ethik passt. Es würde mich nicht wundern wenn auch zukünftig das ein oder andere Unternehmen (Hersteller, Großhändler, Ladenkette) von Konventionellen aufgekauft würde. Die Schwarz-Gruppe hat sich in der Vergangenheit nicht durch gesamtheitliches Denken, durch soziale Ethik ausgezeichnet. Für uns gehört damit Basic zukünftig zu den konventionellen regiegeführten Betrieben.

Befürchten Sie einen Glaubwürdigkeitsverlust für die Branche?

Hierbei kommt es darauf an wie die dort gelisteten Hersteller darauf reagieren und daraus resultierend die dort engagierten Großhändler. Ich würde mich als Hersteller aus der Belieferung dieser Märkte zurückziehen. So würde aus meiner Sicht ein Schaden für die Branche verhindert werden. Im Gegenteil, die Branche würde ein deutliches Signal für den Erhalt der Bio-Ethik setzen. Hier kommt es auf die Hersteller an. Wir als Großhändler halten uns dabei an die Vorgabe des Herstellers, denn er ist letztlich der Markeninhaber und muss entscheiden wo er sich dem Kunden präsentieren will. Als Großhändler zollen wir der Dennree allen Respekt für ihre Entscheidung, Basic zukünftig nicht mehr zu beliefern.

Welche sozialen Werte sollte die Branche unbedingt einhalten?

Alle Marktteilnehmer (Mitarbeiter, Läden, Zwischenhändler, Hersteller, Landwirte) müssen ausreichende Verdienstmöglichkeiten haben. Der Umgang miteinander muss daher ein partnerschaftlicher sein und nicht weiter in Richtung Preissenkung gehen. Eine Preisspirale nach unten konterkariert alle sozialen Werte. Für uns ist daher das Einhalten ausreichender Preisstrukturen das A und O zum Erhalt jeglichen sozialen Handelns. Werte an sich lassen sich nicht klar umgrenzt definieren. Dies zeigen auch die Diskussionen der letzten Zeit, in der jeder für sich seine Ausnahme definiert. Preis und damit Marge ist ein klarer Punkt. Dieser muss Luft für ALLE Marktteilnehmer lassen.

Können Sie sich vorstellen, wegen einer Verletzung von sozialen Werten eine Zusammenarbeit einzustellen?

Wir überlassen unseren Kunden die Entscheidung. Bei uns ist es üblich, dass wir unsere Kunden zu verschiedenen Dingen befragen und unsere Entscheidung vom Ergebnis abhängig machen. Das ist bei uns Einbeziehung des Kunden, also ein basis-demokratischer Ansatz. Es wird in naher Zukunft daher bei uns eine Umfrage zur Auslistung von Unternehmen geben, bei denen wir Zweifel am Sozialwerterhalt haben. Wir haben in der Vergangenheit bereits Hersteller ausgelistet, bei denen durch die Änderung der Besitzstruktur der Eindruck aufkam, dass dies nun eher ein konventionelles Unternehmen ist.

Wenn ja, wann wäre dieser Punkt erreicht?

Da wir unseren Kunden die Entscheidung überlassen, steuern bei uns die Bioläden, Reformhäuser und Bio-Lieferdienste diesen Punkt entscheidend mit.

Weleda

Jasper van Brakel

Die Bio-Branche steht für Ökologie, Nachhaltigkeit und Fair Trade. Grundsätzlich begrüßen wir daher eine Expansion der Bio-Branche, denn sie ermöglicht zunehmend mehr Verbrauchern, Ware zu erwerben, bei der diese Grundsätze berücksichtigt werden.

Für Weleda ist entscheidend, dass auch die Handelspartner die ethischen Grundsätze unseres Unternehmens erfüllen. Dazu gehört unter anderem ein fairer Umgang mit Mitarbeitern, Kunden und Lieferanten sowie Partnerschaftlichkeit in der Zusammenarbeit. Nach dem Einstieg der Schwarz-Gruppe bei der Basic AG werden wir genau prüfen, ob sich die Geschäftspolitik der Basic AG weiterhin mit unseren Grundsätzen vereinbaren lässt.

Solange die Schwarz-Gruppe nicht in das operative Geschäft der Basic AG eingreift, befürchten wir keinen Verlust der Glaubwürdigkeit für den Verbraucher. Sollte sich etwas anderes herausstellen, schließen wir eine Einstellung der Belieferung der Basic AG mit Weleda Produkten in Zukunft nicht aus.

Sonett

Beate Oberdorfer, Gerhard Heid

Unseres Erachtens ist Basic nicht Opfer einer Übernahme, sondern ist doppelt in die  Falle getappt:

1. Die bestehende  Rechtsform der Basic AG lässt zu, dass das Unternehmen wie eine „Ware“ verkauft und eingekauft werden kann.

2. Die Gesellschafter  sind sich nicht einig in ihren Zielen.

Die Naturkostbewegung ist angetreten, für die Natur und die Welt Verantwortung zu übernehmen. Im Sozialen neue Gemeinschaftsformen zu finden und im Wirtschaftsleben zusammen zu arbeiten, jenseits von Ausbeutung und Gewinnmaximierung.

Wenn Georg Schweisfurth sagt, dass „Lidl vermutlich nicht weiß, was es wirklich bedeutet, Natur und Sozialkapital zu schützen“, dann  stellt er die Wirklichkeit auf den Kopf. Lidl weiß das sicher nicht, dafür ist Lidl nicht angetreten, aber weiß er es?

Solange der LEH Naturkost zu angemessenen Preisen einkauft und verkauft, dient er der Verbreitung von gesunder Nahrung und hilft mit an der Schonung und Heilung der Erde. Sobald der LEH beginnt seine Macht auszuspielen, Preise drückt und die Konditionen diktiert, -und die Lieferanten das mit sich machen lassen- verkehrt sich die Sache ins Gegenteil.

Es geht nicht darum, herkömmliche Finanzierungsquellen -sei es durch Banken oder Beteiligungen- zu meiden, sondern diese souverän „in den Dienst zu stellen“. Das setzt aber voraus:

1. Dass das Unternehmen sich seiner ideellen Motivation bewusst ist und bleibt.

2. Dass die Rechtsverhältnisse so gestaltet werden, dass Fremdbestimmung ausgeschlossen ist.

3. Dass die Verantwortlichen sich im Geist der Sache einig sind.

Martina Gebhardt Naturkosmetik

Martina Gebhardt

Die Biobranche ist groß geworden in einer Zeit der Horrormeldungen von kranken Wäldern, verseuchten Gewässern und Luft. Umweltschutz wurde zum Zugpferd erkoren und auch mit Fleisch und Blut gelebt. Später durch komplizierte Zertifizierungen für Hersteller in schönen Logos abgestempelt, vervielfältigt und auf wehende Fahnen geschrieben. Doch wir Bio-Pioniere wurden auch getragen von ethischen-moralischen Wertmaßstäben, wie man in seiner Um-Welt miteinander umzugehen hat. Ethik und Moral wurde zwar in so manchen religiösen Werken festgehalten jedoch bei den Bio-Zertifizierern findet man sie vergebens. Kein Wunder, hat man doch schon so oft feststellen müssen, dass die Vorprediger es bei sich selbst oft nicht so genau nehmen. Kommt nicht so gut an und vergrault eventuell potentielle Kunden für Zertifizierungen. So bleibt es bei Hausmannkost und jeder kocht sein eigenes Süppchen gemäß dem modernen Trend zur ethischen Individualität: „meine Kirche steht in meinem Herzen“.

Doch gibt es keine Verträge, wird leider in Zeiten des Verdrängungs-wettbewerbes diese freiwillige Zusatzerfüllung von „sauberen Beziehungen“ zu Mitarbeitern, Lieferanten und Kunden mehr und mehr auf ein Minimum beschränkt. Ethik wird zum Luxus und findet nur noch auf „kosmetischen Hochglanzbroschüren“ statt, zum Zwecke der Imagepflege.

Da kann man niemandem einen Vorwurf machen. Am besten erstmal anfangen und vor seiner eigenen Türe kehren. Ich vermute, es gibt einige Biohersteller, wo auch  Mitarbeiter ausgebeutet werden und Knebelverträge mit Lieferanten und Kunden durchgeboxt werden.

Ich persönlich stehe seit fast dreißig Jahren Umweltengagement auch besonders dafür ein,  dass jeder Quadratmeter Bio ein guter Quadratmeter ist -für uns selbst und unsere Kinder. Wenn der Handel es schafft, z.B. durch eine straffere Logistik, Bioprodukte kostengünstiger anzubieten, dann sehe ich daran nichts Besorgniserregendes. Nicht als Kunde und nicht als Hersteller. Die ethischen Verhaltenskodexe dieser Discounter zu beurteilen steht mir nicht zu und kann ich nicht beurteilen. Ich gebe nichts auf Gerüchte. Das muss jeder für sich selbst beurteilen.

Ob da ein Ethik-Logo hilft??

Petersilchen

Peter Vogel

Ein starker, engagierter Fachhandel ist - sozusagen als Avantgarde -  für die Weiterentwicklung von Qualitäten und Standards im Bereich biologischer Lebensmittel unabdingbare Voraussetzung.  Engagierte „Überzeugungstäter “ haben in den vergangenen Naturkostjahren für einen hohen Qualitätsstandard gearbeitet. Dies oft unter großem Einsatz  und unter Hintanstellung schneller wirtschaftlicher Erfolge. Der  sich wandelnde und  wachsende Markt stellt neue Anforderungen, denen der Fachhandel und die mit ihm verbundenen Erzeuger, Hersteller und Großhändler zunehmend erfolgreicher gerecht werden.

„Bio für alle“, ein Motto, dass von Basic verwandt wird, muss  leider  mittlerweile durch die Frage, „welches Bio?“ ergänzt  werden. Eine Entwicklung die sich noch verstärken dürfte.

Bio wird bei vielen neuen  Marktteilnehmern immer mehr zu einem -nur Geschäft- bestenfalls zum Imagefaktor. Wir erleben zurzeit leider die Situation, dass Erreichtes vor Rückschritten geschützt werden muss. Kräfte, die für eine Weiterentwicklung fehlen. Der Aufbau des etablierten Biofachhandelshandels war nur durch organisches Wachstum möglich. „Bio für alle“, ein Motto das Basic benutzt, kann daher nur wahr werden und funktionieren, wenn neue  Marktteilnehmer auch neue Kapazitäten auf allen Ebenen und nicht nur im Handel schaffen.  Erst  an dieser Stelle kann und wird der Markt im Zweifel entscheiden, welche Bioqualität sich durchsetzt.

Die  Übernahme von Basic durch die Schwarz-Gruppe,  mit der dahinter stehenden Expansionsabsicht, sowie der wohl zu erwartenden aggressiven Handelspolitik, wird einen Verdrängungsprozess mit neuer negativer Qualität in Gang setzen. Zu erwarten ist  eine Schwächung   progressiver Qualitätsziele. Ziele und Qualitätsansprüche eines ganzheitlichen Verständnisses von Lebensmittelwirtschaft, die auch in Zeiten wirtschaftlichen Erfolgs noch integraler Bestandteil der Agenda vieler Unternehmen der Naturkostbrache sind. Dies gilt auch für unsere Marke Sanchon.

Ich denke nicht, dass die Glaubwürdigkeit einer Branche, die sich über lange Jahre hinweg Vertrauen erworben hat, leiden muss. Es wird aber immer schwieriger zu vermitteln sein, was den Unterschied macht wenn in einer möglichen  Zukunft z.B. Lidls  Bioness bei Basic zur Imageverbesserung einträchtig neben Qualitätsmarken steht.  Basic-/Schwarz- Angestellte werden dies kaum  transportieren können und wohl auch nicht dürfen.

Chiemgauer Naturfleisch 

Tom Reiter

Generell erfüllt uns als traditionellen Naturkosthersteller die Entwicklung natürlich mit Sorge. Die bisherigen Aktivitäten der Schwarz-Gruppe prädestinieren sie nicht gerade für die Arbeit in der Bio-Branche und wieweit eine Einflussnahme auf die Basic-Entwicklung wirklich zu verhindern ist, sei dahingestellt. Zahlen ohne mit zu entscheiden scheint mir aber nicht die übliche Devise in diesen Kreisen zu sein, also muss man wohl von einer wie und wann auch immer beginnenden Beeinflussung der Geschäftspolitik ausgehen.

Ich befürchte davon nicht unbedingt einen Glaubwürdigkeitsverlust für die Branche, denke aber, dass Basic selbst schon einen solchen erleiden wird. Auch der aktuelle Stopp der Übernahmeaktivitäten wird daran nicht mehr viel ändern.

Neben den ökologischen Werten wurde die Biobranche lange geprägt von partnerschaftlichen Kooperationen. Die Einsicht in die Möglichkeiten und Notwendigkeiten des Anderen und das Bemühen um für alle Beteiligten verträgliche Formen der Zusammenarbeit hat der Branche zu ihrer Entwicklung verholfen und auch zu ihrer Glaubwürdigkeit. Dieses Wirtschaften mit gegenseitigem Respekt sollte unbedingt weitergetragen werden. Wo es fehlt, macht für uns eine Zusammenarbeit keinen Sinn mehr. Ziel ist die bestmögliche Qualität für den Kunden zu einem auch für die Landwirte und Hersteller fairen Preis. Wo, z.B. zugunsten einer aggressiven Markterschließung, Qualitätsstandards sinken sollen und Preise entgegen der Produktionskostenentwicklung runter müssen, sehen wir keine Perspektive für eine sinnvolle Weiterentwicklung von regionaler, ökologischer Landwirtschaft und handwerklicher Lebensmittelherstellung. Da dies aber unsere Ziele sind, werden wir einen anderen Weg nicht mitgehen.

Barnhouse

Bettina Rolle

Wie meine Eltern schon vor 30 Jahren gesagt haben: „Du mit deinen Idealen, gesunder Ernährung, ungespritztes Obst und Gemüse, glückliche Hühner... Die wollen doch auch alle nur eins: unser Geld! Deine Bio-Heinis, die lügen genauso wie alle anderen.“

Tja, so ähnlich kommt mir das jetzt vor. Die Gründerväter der Bio-Bewegung, die Großmäuler, die auf keinem Podium zu Öko-Themen je gefehlt haben, sie haben mit dem Verkauf ausgerechnet an Lidl den schlimmstmöglichen Verrat begangen. Ein moralischer Supergau der Biobewegung.

Biokreis

"Obwohl wir wissen, dass das Nischendasein des Biohandels mit der seit Jahren steigenden Nachfrage beendet ist und Fusionen für ein Größen­wachstum notwendig sind, sind wir erleichtert, dass Basic die Übernahme durch die Schwarz-Gruppe nun gestoppt hat“, so Sepp Brunnbauer, Geschäftsführer des ökologischen Anbauverbandes Biokreis. Erleichterung auch im Hinblick auf viele Biokreis-Verarbeiter wie -Landwirte, die in all den Jahren seit der Gründung von Basic auch im regionalen Bereich partnerschaftlich, vertrauensvoll und erfolgreich mit der in München ansässigen Bio-Supermarktkette zusammengearbeitet haben und die aufgrund der neuen Konstellation bereits ihre Lieferverträge gekündigt haben, wie die Herrmannsdorfer Werkstätten, oder die darüber nachgedacht haben. Sepp Brunnbauer hofft, dass das Vertrauen wieder aufgebaut werden kann und die Zusammenarbeit mit regionalen Erzeugern auch künftig ein Schwerpunkt der Bio-Supermarktkette bleiben wird. Denn damit könnte auch das Vertrauen zu den Verbrauchern wieder zurückgewonnen werden, die sich seit dem Bekanntwerden der Fusionspläne spürbar von Basic distanziert haben.

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