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Basic/Lidl
Das Engagement der Schwarz-Gruppe bei Basic bewegt
derzeit die Gemüter in der Branche.
Um ein breites Meinungbild zu dieser Entwicklung zu erhalten,
fragte BioHandel rund 50 Hersteller und Großhändler
aus der Bio-Branche nach ihrer Einschätzung. Konkret wurde
gefragt:
- Wie stehen Sie zu dem Einstieg der Schwarz-Gruppe bei Basic?
- Befürchten Sie einen Glaubwürdigkeitsverlust für
die Branche?
- Welche sozialen Werte sollte die Branche unbedingt einhalten?
- Können Sie sich vorstellen, wegen einer Verletzung von
sozialen Werten eine Zusammenarbeit einzustellen?
- Wenn ja, wann wäre dieser Punkt erreicht?
Lesen Sie die Beiträge der Firmen, die uns geantwortet
haben:
Sinfo
Wie stehen Sie zu dem Einstieg der Schwarz-Gruppe bei Basic?
Ich würde z.B. nie mit J. Bush Geschäfte machen,
oder mit Lidl, auch wenn das Angebot noch so vielversprechend
wäre.
Befürchten Sie einen Glaubwürdigkeitsverlust
für die Branche?
Selbstverständlich, das bleibt doch nicht aus.
Welche sozialen Werte sollte die Branche unbedingt einhalten?
Die, auf welche sie anfangs aufgebaut hat.
Können Sie sich vorstellen, wegen einer Verletzung
von sozialen Werten eine Zusammenarbeit einzustellen?
Ja.
Wenn ja, wann wäre dieser Punkt erreicht?
Wenn Lidl seine Praktiken auch bei Basic durchsetzt
(Schund zu Dumpingpreisen, Ausbeutung von Mitarbeitern, evtl.
gentechnisch veränderte Lebensmittel anbietet).
Sonnentor
Markus Mantsch
Wie stehen Sie zu dem Einstieg der Schwarz-Gruppe bei Basic?
Grundsätzlich ist Sonnentor der sehr guten und fruchtbaren
Entwicklung von Basic am deutschen und österreichischen
Markt sehr dankbar. Sonnentor möchte jedoch nicht,
dass grundsätzliche, ethische Vorgehensweisen durch den
Einstieg der Schwarz-Gruppe bei Basic geändert
werden und ist vorerst einer Beteiligung einer ursprünglich
konventionellen Handelskette bei einer Biohandelskette nicht
negativ eingestellt, da durchaus die Möglichkeit besteht,
dass sich daraus Synergien entwickeln können.
Solange die Grundsätze und Philosophie des „leben
und leben Lassens“ nicht beeinträchtigt werden, wird Sonnentor vorläufig
keine Schritte und Maßnahmen gegen diese Beteiligung setzen.
Sonnentor war nie direkter Lieferant von Basic, da dieser
vom deutschen Großhändler Dennree beliefert
wurde. Dennree wird die Belieferung von Basic ab
Herbst 2007 einstellen, da dieser große Risken für
die Bio-Branche und auch für sich selbst durch die Beteiligung
der Schwarz-Gruppe bei Basic sieht.
Befürchten Sie einen Glaubwürdigkeitsverlust
für die Branche?
Nein. Sonnentor hat den Fachhandel seit mittlerweile
fast 20 Jahren mitentwickelt. Deshalb ist Sonnentor der Meinung,
dass es zu keinem Glaubwürdigkeitsverlust kommen wird.
Welche sozialen Werte sollte die Branche unbedingt einhalten?
Sonnentor glaubt an die Kreisläufe im wirtschaftlichen
und im sozialen Miteinander. Frei nach dem Grundsatz: „Leben
und leben Lassen!“
Können Sie sich vorstellen, wegen einer Verletzung
von sozialen Werten eine Zusammenarbeit einzustellen?
Sonnentor würde mit keinem seiner Partner eine
Zusammenarbeit weiterführen, wenn dieser die ihm wichtigen
sozialen Werte bewusst missachtet und verletzt.
Wenn ja, wann wäre dieser Punkt erreicht?
Vor allem dann, wenn Sonnentor seinen Mitarbeitern
und Lieferanten Druck von Kunden weitergeben muss, denn in diesem
Falle können seine Grundwerte nicht mehr eingehalten werden.
Oasis
Reni Schatz
Wie stehen Sie zu dem Einstieg der Schwarz-Gruppe bei Basic?
Ich betrachte dies skeptisch - genauso wie damals als Lidl groß mit TransFair eingestiegen
ist.
Ich finde, die ursprüngliche Idee mit der "wir alten Ökos" vor
25/30 Jahren angetreten sind, geht mehr und mehr verloren.
Damals sollte was verändert und bewegt werden, vieles
wollte besser gemacht werden. Das Geldverdienen stand nicht so
wie heute im Mittelpunkt. Heute hat sich dies alles sehr verschoben.
Veränderung ist gut und wichtig- doch ich finde, dass dabei nicht
die ursprünglichen Wurzeln gekappt werden sollten, sonst
geht die komplette Pflanze kaputt.
Befürchten Sie einen Glaubwürdigkeitsverlust
für die Branche?
Ja, vor allem sehe ich einen Wandel zu Bio erster und zweiter
Klasse. Und dann ist sicherlich nicht lange zu warten, bis der
nächste Bio-Skandal kommt, der letztendlich der gesamten
Bewegung schaden wird und vielleicht dort überhaupt nicht
verursacht wurde...
Welche sozialen Werte sollte die Branche unbedingt einhalten?
Den ökologischen und fairen Gedanken- ich denke, dass
diese beiden Aspekte nicht von Bio zu trennen sind
Können Sie sich vorstellen, wegen einer Verletzung
von sozialen Werten eine Zusammenarbeit einzustellen?
Da wir nach wie vor direkt beliefern und nicht über den
Großhandel, sind wir bei Basic nicht gelistet.
Bio-Korb
Andreas Burk
Wie stehen Sie zu dem Einstieg der Schwarz-Gruppe bei Basic?
Es zeigt, das einige Unternehmen im Bio-Bereich auf dem Weg
sind, so zu werden wie es der konventionelle Sektor schon länger
war. Mehr Gegeneinander als Miteinander, Bio wird nur als Rohwaren-Bio
aber nicht als Bio-Ethik verstanden. Desto größer
die Unternehmen, desto häufiger entsteht eine gewisse Gierigkeit,
die nicht zur Bio-Ethik passt. Es würde mich nicht wundern
wenn auch zukünftig das ein oder andere Unternehmen (Hersteller,
Großhändler, Ladenkette) von Konventionellen aufgekauft
würde. Die Schwarz-Gruppe hat sich in der Vergangenheit
nicht durch gesamtheitliches Denken, durch soziale Ethik ausgezeichnet.
Für uns gehört damit Basic zukünftig
zu den konventionellen regiegeführten Betrieben.
Befürchten Sie einen Glaubwürdigkeitsverlust
für die Branche?
Hierbei kommt es darauf an wie die dort gelisteten Hersteller
darauf reagieren und daraus resultierend die dort engagierten
Großhändler. Ich würde mich als Hersteller aus
der Belieferung dieser Märkte zurückziehen. So würde
aus meiner Sicht ein Schaden für die Branche verhindert
werden. Im Gegenteil, die Branche würde ein deutliches Signal
für den Erhalt der Bio-Ethik setzen. Hier kommt es auf die
Hersteller an. Wir als Großhändler halten uns dabei
an die Vorgabe des Herstellers, denn er ist letztlich der Markeninhaber
und muss entscheiden wo er sich dem Kunden präsentieren
will. Als Großhändler zollen wir der Dennree allen
Respekt für ihre Entscheidung, Basic zukünftig
nicht mehr zu beliefern.
Welche sozialen Werte sollte die Branche unbedingt einhalten?
Alle Marktteilnehmer (Mitarbeiter, Läden, Zwischenhändler,
Hersteller, Landwirte) müssen ausreichende Verdienstmöglichkeiten
haben. Der Umgang miteinander muss daher ein partnerschaftlicher
sein und nicht weiter in Richtung Preissenkung gehen. Eine Preisspirale
nach unten konterkariert alle sozialen Werte. Für uns ist
daher das Einhalten ausreichender Preisstrukturen das A und O
zum Erhalt jeglichen sozialen Handelns. Werte an sich lassen
sich nicht klar umgrenzt definieren. Dies zeigen auch die Diskussionen
der letzten Zeit, in der jeder für sich seine Ausnahme definiert.
Preis und damit Marge ist ein klarer Punkt. Dieser muss Luft
für ALLE Marktteilnehmer lassen.
Können Sie sich vorstellen, wegen einer Verletzung
von sozialen Werten eine Zusammenarbeit einzustellen?
Wir überlassen unseren Kunden die Entscheidung. Bei uns
ist es üblich, dass wir unsere Kunden zu verschiedenen Dingen
befragen und unsere Entscheidung vom Ergebnis abhängig machen.
Das ist bei uns Einbeziehung des Kunden, also ein basis-demokratischer
Ansatz. Es wird in naher Zukunft daher bei uns eine Umfrage zur
Auslistung von Unternehmen geben, bei denen wir Zweifel am Sozialwerterhalt
haben. Wir haben in der Vergangenheit bereits Hersteller ausgelistet,
bei denen durch die Änderung der Besitzstruktur der Eindruck
aufkam, dass dies nun eher ein konventionelles Unternehmen ist.
Wenn ja, wann wäre dieser Punkt erreicht?
Da wir unseren Kunden die Entscheidung überlassen, steuern
bei uns die Bioläden, Reformhäuser und Bio-Lieferdienste
diesen Punkt entscheidend mit.
Weleda
Jasper van Brakel
Die Bio-Branche steht für Ökologie, Nachhaltigkeit
und Fair Trade. Grundsätzlich begrüßen wir daher
eine Expansion der Bio-Branche, denn sie ermöglicht zunehmend
mehr Verbrauchern, Ware zu erwerben, bei der diese Grundsätze
berücksichtigt werden.
Für Weleda ist entscheidend, dass auch die Handelspartner
die ethischen Grundsätze unseres Unternehmens erfüllen.
Dazu gehört unter anderem ein fairer Umgang mit Mitarbeitern,
Kunden und Lieferanten sowie Partnerschaftlichkeit in der Zusammenarbeit.
Nach dem Einstieg der Schwarz-Gruppe bei der Basic AG werden
wir genau prüfen, ob sich die Geschäftspolitik der Basic AG weiterhin
mit unseren Grundsätzen vereinbaren lässt.
Solange die Schwarz-Gruppe nicht in das operative
Geschäft der Basic AG eingreift, befürchten
wir keinen Verlust der Glaubwürdigkeit für den Verbraucher.
Sollte sich etwas anderes herausstellen, schließen wir
eine Einstellung der Belieferung der Basic AG mit Weleda Produkten
in Zukunft nicht aus.
Sonett
Beate Oberdorfer, Gerhard Heid
Unseres Erachtens ist Basic nicht Opfer einer Übernahme,
sondern ist doppelt in die Falle getappt:
1. Die bestehende Rechtsform der Basic AG lässt
zu, dass das Unternehmen wie eine „Ware“ verkauft
und eingekauft werden kann.
2. Die Gesellschafter sind sich nicht einig in ihren
Zielen.
Die Naturkostbewegung ist angetreten, für die Natur und
die Welt Verantwortung zu übernehmen. Im Sozialen neue Gemeinschaftsformen
zu finden und im Wirtschaftsleben zusammen zu arbeiten, jenseits
von Ausbeutung und Gewinnmaximierung.
Wenn Georg Schweisfurth sagt, dass „Lidl vermutlich
nicht weiß, was es wirklich bedeutet, Natur und Sozialkapital
zu schützen“, dann stellt er die Wirklichkeit
auf den Kopf. Lidl weiß das sicher nicht, dafür
ist Lidl nicht angetreten, aber weiß er es?
Solange der LEH Naturkost zu angemessenen Preisen einkauft und
verkauft, dient er der Verbreitung von gesunder Nahrung und hilft
mit an der Schonung und Heilung der Erde. Sobald der LEH beginnt
seine Macht auszuspielen, Preise drückt und die Konditionen
diktiert, -und die Lieferanten das mit sich machen lassen- verkehrt
sich die Sache ins Gegenteil.
Es geht nicht darum, herkömmliche Finanzierungsquellen
-sei es durch Banken oder Beteiligungen- zu meiden, sondern diese
souverän „in den Dienst zu stellen“. Das setzt
aber voraus:
1. Dass das Unternehmen sich seiner ideellen Motivation bewusst
ist und bleibt.
2. Dass die Rechtsverhältnisse so gestaltet werden, dass
Fremdbestimmung ausgeschlossen ist.
3. Dass die Verantwortlichen sich im Geist der Sache einig
sind.
Martina Gebhardt Naturkosmetik
Martina Gebhardt
Die Biobranche ist groß geworden in einer Zeit der Horrormeldungen
von kranken Wäldern, verseuchten Gewässern und Luft.
Umweltschutz wurde zum Zugpferd erkoren und auch mit Fleisch
und Blut gelebt. Später durch komplizierte Zertifizierungen
für Hersteller in schönen Logos abgestempelt, vervielfältigt
und auf wehende Fahnen geschrieben. Doch wir Bio-Pioniere wurden
auch getragen von ethischen-moralischen Wertmaßstäben,
wie man in seiner Um-Welt miteinander umzugehen hat. Ethik und
Moral wurde zwar in so manchen religiösen Werken festgehalten
jedoch bei den Bio-Zertifizierern findet man sie vergebens. Kein
Wunder, hat man doch schon so oft feststellen müssen, dass
die Vorprediger es bei sich selbst oft nicht so genau nehmen.
Kommt nicht so gut an und vergrault eventuell potentielle Kunden
für Zertifizierungen. So bleibt es bei Hausmannkost und
jeder kocht sein eigenes Süppchen gemäß dem modernen
Trend zur ethischen Individualität: „meine Kirche
steht in meinem Herzen“.
Doch gibt es keine Verträge, wird leider in Zeiten des
Verdrängungs-wettbewerbes diese freiwillige Zusatzerfüllung
von „sauberen Beziehungen“ zu Mitarbeitern, Lieferanten
und Kunden mehr und mehr auf ein Minimum beschränkt. Ethik
wird zum Luxus und findet nur noch auf „kosmetischen Hochglanzbroschüren“ statt,
zum Zwecke der Imagepflege.
Da kann man niemandem einen Vorwurf machen. Am besten erstmal
anfangen und vor seiner eigenen Türe kehren. Ich vermute,
es gibt einige Biohersteller, wo auch Mitarbeiter ausgebeutet
werden und Knebelverträge mit Lieferanten und Kunden durchgeboxt
werden.
Ich persönlich stehe seit fast dreißig Jahren Umweltengagement
auch besonders dafür ein, dass jeder Quadratmeter
Bio ein guter Quadratmeter ist -für uns selbst und unsere
Kinder. Wenn der Handel es schafft, z.B. durch eine straffere
Logistik, Bioprodukte kostengünstiger anzubieten, dann sehe
ich daran nichts Besorgniserregendes. Nicht als Kunde und nicht
als Hersteller. Die ethischen Verhaltenskodexe dieser Discounter
zu beurteilen steht mir nicht zu und kann ich nicht beurteilen.
Ich gebe nichts auf Gerüchte. Das muss jeder für sich
selbst beurteilen.
Ob da ein Ethik-Logo hilft??
Petersilchen
Peter Vogel
Ein starker, engagierter Fachhandel ist - sozusagen als
Avantgarde - für die Weiterentwicklung von Qualitäten
und Standards im Bereich biologischer Lebensmittel unabdingbare
Voraussetzung. Engagierte „Überzeugungstäter “ haben
in den vergangenen Naturkostjahren für einen hohen Qualitätsstandard
gearbeitet. Dies oft unter großem Einsatz und unter
Hintanstellung schneller wirtschaftlicher Erfolge. Der sich
wandelnde und wachsende Markt stellt neue Anforderungen,
denen der Fachhandel und die mit ihm verbundenen Erzeuger, Hersteller
und Großhändler zunehmend erfolgreicher gerecht werden.
„Bio für alle“, ein Motto, dass von Basic verwandt
wird, muss leider mittlerweile durch die Frage, „welches
Bio?“ ergänzt werden. Eine Entwicklung die sich
noch verstärken dürfte.
Bio wird bei vielen neuen Marktteilnehmern immer mehr
zu einem -nur Geschäft- bestenfalls zum Imagefaktor. Wir
erleben zurzeit leider die Situation, dass Erreichtes vor Rückschritten
geschützt werden muss. Kräfte, die für eine Weiterentwicklung
fehlen. Der Aufbau des etablierten Biofachhandelshandels war
nur durch organisches Wachstum möglich. „Bio für
alle“, ein Motto das Basic benutzt, kann daher
nur wahr werden und funktionieren, wenn neue Marktteilnehmer
auch neue Kapazitäten auf allen Ebenen und nicht nur im
Handel schaffen. Erst an dieser Stelle kann und wird
der Markt im Zweifel entscheiden, welche Bioqualität sich
durchsetzt.
Die Übernahme von Basic durch die Schwarz-Gruppe, mit
der dahinter stehenden Expansionsabsicht, sowie der wohl zu erwartenden
aggressiven Handelspolitik, wird einen Verdrängungsprozess
mit neuer negativer Qualität in Gang setzen. Zu erwarten
ist eine Schwächung progressiver Qualitätsziele.
Ziele und Qualitätsansprüche eines ganzheitlichen Verständnisses
von Lebensmittelwirtschaft, die auch in Zeiten wirtschaftlichen
Erfolgs noch integraler Bestandteil der Agenda vieler Unternehmen
der Naturkostbrache sind. Dies gilt auch für unsere Marke Sanchon.
Ich denke nicht, dass die Glaubwürdigkeit einer Branche,
die sich über lange Jahre hinweg Vertrauen erworben hat,
leiden muss. Es wird aber immer schwieriger zu vermitteln sein,
was den Unterschied macht wenn in einer möglichen Zukunft
z.B. Lidls Bioness bei Basic zur Imageverbesserung
einträchtig neben Qualitätsmarken steht. Basic-/Schwarz-
Angestellte werden dies kaum transportieren können
und wohl auch nicht dürfen.
Chiemgauer Naturfleisch
Tom Reiter
Generell erfüllt uns als traditionellen Naturkosthersteller
die Entwicklung natürlich mit Sorge. Die bisherigen Aktivitäten
der Schwarz-Gruppe prädestinieren sie nicht gerade
für die Arbeit in der Bio-Branche und wieweit eine Einflussnahme
auf die Basic-Entwicklung wirklich zu verhindern ist,
sei dahingestellt. Zahlen ohne mit zu entscheiden scheint mir
aber nicht die übliche Devise in diesen Kreisen zu sein,
also muss man wohl von einer wie und wann auch immer beginnenden
Beeinflussung der Geschäftspolitik ausgehen.
Ich befürchte davon nicht unbedingt einen Glaubwürdigkeitsverlust
für die Branche, denke aber, dass Basic selbst
schon einen solchen erleiden wird. Auch der aktuelle Stopp der Übernahmeaktivitäten
wird daran nicht mehr viel ändern.
Neben den ökologischen Werten wurde die Biobranche lange
geprägt von partnerschaftlichen Kooperationen. Die Einsicht
in die Möglichkeiten und Notwendigkeiten des Anderen und
das Bemühen um für alle Beteiligten verträgliche
Formen der Zusammenarbeit hat der Branche zu ihrer Entwicklung
verholfen und auch zu ihrer Glaubwürdigkeit. Dieses Wirtschaften
mit gegenseitigem Respekt sollte unbedingt weitergetragen werden.
Wo es fehlt, macht für uns eine Zusammenarbeit keinen Sinn
mehr. Ziel ist die bestmögliche Qualität für den
Kunden zu einem auch für die Landwirte und Hersteller fairen
Preis. Wo, z.B. zugunsten einer aggressiven Markterschließung,
Qualitätsstandards sinken sollen und Preise entgegen der
Produktionskostenentwicklung runter müssen, sehen wir keine
Perspektive für eine sinnvolle Weiterentwicklung von regionaler, ökologischer
Landwirtschaft und handwerklicher Lebensmittelherstellung. Da
dies aber unsere Ziele sind, werden wir einen anderen Weg nicht
mitgehen.
Barnhouse
Bettina Rolle
Wie meine Eltern schon vor 30 Jahren gesagt haben: „Du
mit deinen Idealen, gesunder Ernährung, ungespritztes Obst
und Gemüse, glückliche Hühner... Die wollen doch
auch alle nur eins: unser Geld! Deine Bio-Heinis, die lügen
genauso wie alle anderen.“
Tja, so ähnlich kommt mir das jetzt vor. Die Gründerväter
der Bio-Bewegung, die Großmäuler, die auf keinem Podium
zu Öko-Themen je gefehlt haben, sie haben mit dem Verkauf
ausgerechnet an Lidl den schlimmstmöglichen Verrat
begangen. Ein moralischer Supergau der Biobewegung.
Biokreis
"Obwohl wir wissen, dass das Nischendasein des Biohandels
mit der seit Jahren steigenden Nachfrage beendet ist und Fusionen
für ein Größenwachstum notwendig sind,
sind wir erleichtert, dass Basic die Übernahme durch die
Schwarz-Gruppe nun gestoppt hat“, so Sepp Brunnbauer,
Geschäftsführer des ökologischen Anbauverbandes
Biokreis. Erleichterung auch im Hinblick auf viele
Biokreis-Verarbeiter wie -Landwirte, die in all den Jahren
seit der Gründung
von Basic auch im regionalen Bereich partnerschaftlich, vertrauensvoll
und erfolgreich mit der in München ansässigen Bio-Supermarktkette
zusammengearbeitet haben und die aufgrund der neuen Konstellation
bereits ihre Lieferverträge gekündigt haben, wie
die Herrmannsdorfer Werkstätten, oder die
darüber
nachgedacht haben. Sepp Brunnbauer hofft, dass das Vertrauen
wieder aufgebaut werden kann und die Zusammenarbeit mit regionalen
Erzeugern auch künftig ein Schwerpunkt der Bio-Supermarktkette
bleiben wird. Denn damit könnte auch das Vertrauen zu
den Verbrauchern wieder zurückgewonnen werden, die sich
seit dem Bekanntwerden der Fusionspläne spürbar von
Basic distanziert haben.
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