Die vermeintlichen Endverbraucher auf der
BioFach sind einmal mehr zum Gesprächsthema der Aussteller geworden:
Zwergenwiese-Chefin Susanne Schöning äußert „bei allem Respekt für die Organisationsleistung der
NürnbergMesse“ deutliche Kritik: „Auf der
BioFach erreiche ich nicht mehr meine Kunden. Meine Klientel ist nach wie vor der Fachhandel. Es kommen zu viel ‚Endverbraucher’ an unseren Stand, so dass Fachgespräche nur noch eine untergeordnete Rolle spielen. Leider müssen wir auch ab Sonntagnachmittag unsere Produkte verkaufen, da die vielen Kaufgesuche einen enormen Druck ausüben. So wird ein wertvoller Fachhandelstag dem schnöden Verkauf geopfert. Diese Entwicklung gefällt uns nicht.“
Frank Szeleschus, zuständig für Marketing und Vertrieb der Marke
Linea natura, hat in diesem Jahr „trotz der Vorkehrungen der Messe“ mehr fachfremdes Publikum als noch im letzten Jahr ausgemacht: „Aus meiner Sicht waren diesmal ähnlich viele Besucher an unserem Messestand wie 2008, allerdings hatte ich speziell schon am Samstag (und natürlich auch am Sonntag) den Eindruck, dass in diesem Jahr mehr ‚Räuber und Plünderer’ da waren als im letzten Jahr.“ Sein Vorschlag an die Messe: „Bitte ordnen Sie jede Fachgruppe durch Farbauswahl einer Kategorie zu, zum Beispiel Bioladen = blau, Reformhaus = gelb, Hofladen = grün, Verarbeiter = rosa, etc., sonstige = weiß. Dann kann man am Besucherausweis sein Gegenüber besser erkennen und verliert möglicherweise keinen Ladner.“
Zwergenwiese hat Konsequenzen gezogen: 2010 wird das Unternehmen nicht an der BioFach teilnehmen. Der Fachhandel soll ausschließlich über Regional- und Hausmessen erreicht werden. „Wenn LEH und Bio-Hersteller aneinander Interesse haben, dann mag die
Anuga auch ein geeignetes Pflaster sein (das muss die
BioFach nicht leisten), auch wenn die
BioFach-Messeleitung eine ‚Vermischungspolitik’ betreibt, indem sie uns Fachhandelsmarken quer durch alle Hallen verteilt. Ansonsten halte ich einen Zwei- oder Drei-Jahresrhythmus für eine Leitmesse für vollkommen ausreichend“, sagt Susanne Schöning. Ihre weitere Idee: „Es käme für uns auch in Frage, zusammen mit Hersteller-Kollegen einen gemeinsamen Stand zu machen, wo wir einfach nur Präsenz zeigen, einen Treffpunkt haben und/oder unsere Neuprodukte zeigen. Die gesparten Kosten könnten sinnvoller und effizienter zum Wohle der Branche eingesetzt werden. Heute gilt es mehr denn je, Kosten und Nutzen in ein angemessenes Verhältnis zu setzen.“
Ob Hersteller, Großhändler, Einzelhändler, vermeintlicher Endverbraucher oder sonstiger Besucher:
- Schreiben Sie uns Ihre Eindrücke von der BioFach
- Sind zu viele „Endverbraucher“ an den Ständen?
- Erleichtern farbige Besucherausweise die Arbeit am Stand?
- Sollen die Aussteller aus dem Naturkostfachhandel gebündelt werden?
- Sind Gemeinschaftsstände eine Lösung?
- Soll die Messe nur alle zwei oder drei Jahre stattfinden?
- Gibt es andere Vorschläge für einen effizienten Messeauftritt?