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Zukunftskongress (Gelesen: 6 mal)
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Zukunftskongress
20.12.2008 um 22:01:50
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Ein Nachhall des ersten Zukunftskongresses unserer Branche im Novermber 2008 in Berlin

An alle, die nicht dabei waren aus den üblichen Gründen.

Ich möchte Euch erzählen,wie es war alte Wurzeln und Werte wiederzufinden, Hoffnung zu schöpfen auf eine Zukunft, die mit uns stattfindet und nicht an uns vorbei.
Ganz wichtig war für mich, das Gefühl wieder zu spüren Teil einer Bewegung zu sein- früher hieß es Naturkostbewegung heute ist es eine Branche (wie jede andere???)
Wir haben unsere Werte definiert- Ehrlichkeit,Authentizität, Vertrauen, Leidenschaft, Verantwortung.... und wir haben festgestellt, dass andere mit diesen Werten Marketingkampagnen anzetteln, die bei genauerer Betrachtung schnell enttarnt sind, vom Ottonormalverbraucher aber nur zu gern gefressen werden.
Wir waren unter uns (fast)- die Alten, die Überzeugungstäter- wir konnten zusammen lachen, tanzen, singen und streiten. Hierarchien waren aufgehoben, jede Meinung zählte wieder.
Renate Künast forderte uns auf politischer zu werden, uns unsere Meinungsführerschaft nicht nehmen zu lassen, uns ganz selbstbewußt als "die Avantgarde" zu fühlen.
Auch das noch werden jetzt manche denken, es ist doch so schon alles schwer genug. Ja, das ist es sicher,wir haben alle viel zu viel zu tun, der Biozug hat uns überrollt und alle wollen etwas von uns- Expansion, Standortanalyse, Warenwirtschaftssysteme, Hochglanzläden...
Aber Achtung- was wollen wir, vielleicht wollen wir gar nicht auf diesen Zug aufspringen- die Avatgarde war nie Mainstream, sie soll und kann es nicht sein.
"Vergesst Bio"- dieser schöne Ausdruck von Rainer Plum bringt es auf den Punkt. Bio,das können jetzt alle- und das haben wir doch auch so gewollt. Wir müssen uns jetzt auf unsere eigentliche Aufgabe besinnen- die Meinungsmacher zu bleiben. BIO war doch nur eine Rosine in dem großen nahrhaften Kuchen aus Respekt und Verantwortung für Mensch und Natur.
Es ist eine Weltanschauung für die wir stehen und als Avantgarde kann es uns doch nur recht sein, wenn andere unsere Ideen übernehmen. Allerdings gilt es auch zu schauen welche neuen "Rosinen" wir jetzt für unseren Kuchen haben, die Krise der kleinen Läden verhilft hoffentlich zu neuen Denkansätzen- Aber wir dürfen auch nicht in Arbeit ertrinken, weil andere uns unseren Rohertrag verknappen. Hier dürfen sich auch mal Hersteller und Großhändler fragen lassen, mit wem sie sich einlassen, wir brauchen besonders hier faire verlässliche Strukturen. In Zukunft werden wir uns genau anschauen, wer zu uns paßt und mit wem wir den Weg gemeinsam gehen wollen. Was in dieser Beziehung gerne vergessen wird: in diesem Verhältnis sind wir die Kunden und also Könige!
Ich hoffe Euch allen hiermit einen Hauch der Aufbruchstimmung vermittelt zu haben, die den Kongress bestimmte und die wir im Ladenalltag so nötig haben.
Ich freue mich auf alle Eure Kommentare
Silja
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