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Der GROSSE Quatsch: Bio- Mengenflusskontrolle (Gelesen: 17 mal)
richard
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Beiträge: 2

Der GROSSE Quatsch: Bio- Mengenflusskontrolle
07.11.2008 um 12:25:18
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Seit Jahren werde ich als kleiner Hersteller durch eine Bio-Kontrollstelle kontrolliert.
Leider verschärfen sich die Auflagen ständig in einem für Kleinbetriebe unzumutbaren Ausmaß.
Neben einigen kleinen Form-Auflagen (Auszeichnungsfehler) gibt es vor allem zwei Froderungen, die ich weder erfüllen kann, noch erfüllen will:
1.) Mengenflusskontrolle:
Wir kaufen Getreide direkt beim NATURLAND-Bauern und packen es auch in Kleinpackungen ab. Keine bedeutenden Mengen, die Packstellen sind auch verteilt, gerade da, wo ein Verkaufspunkt ist.
Ein Abpackbuch haben wir einmal versucht, ist aber dermaßen fehlerbehaftet, daß man es eigentlich nicht gebrauchen kann. Das gleiche gilt für die Brotprodukion. Planungsdifferenzen und spontane Backaktionen (weil zum Beispiel noch eine telefonische Bestellung kommt oder der Laden leer ist) zerschießen die Statistik.
2.) Auszeichnung: wir haben viel Werbung und sehr schöne Thekenetiketten, die grafisch künstlerisch gestaltet sind. Nun soll überall „Bio“ davor stehen, ÜBERALL!

Meine erste Konsequenz: ich höre auf mit dem Kontroll-Quatsch. Ich kaufe zu 98% Bio ein, also was soll das? Ich melde mich einfach ab aus dem System. Habe ich vor 10 jahren schonmal 2 Jahre gemacht, hat niemanden gestört.
Oder: ich lasse die Kontrollen zu, lobe aber NIRGENDWO „Bio“ aus. Ist ungewöhnlich, aber ich habe das schon mal so gemacht für 2 Jahre.

Meine Fragen:
1.) Wo ist eigentlich festgelegt, wie die Bio-Mengenkontrolle funktionieren soll? Wenn ich NUR Bio-Getreide einkaufe, ist das doch sowieso Quatsch bei Mehl und Korn.
2.) Muß ich die Sachen mit „BIO“ ausloben, wenn ich das Zertifikat in der Schublade lasse? Ich könnte das Wort Bio doch einfach aus meinem Werbewortschatz streichen.

Klingt alles komisch, ist es aber nicht. Die EU-Verordnung halte ich auch als überzeugter Bio-Loge seit 30 Jahren für den grossen bürokratischen Wurf daneben. Für Kleinbetriebe eine Zumutung. Die Frage ist nur, wie kann man das noch kippen? Als Grüner kann ich mich hier vor Ort natürlich nicht so aus dem Fenster hängen, die Chance für Mißverständnisse ist außerordentlich hoch, vor allem bei Leuten, die in ihrem PC halbwegs wohnen, wenn sie nicht gerade in einem 100 Mann-Betrieb arbeiten. Diese Leute wie auch die Kontrolleure oder die LaMuV-Beamten können nicht nachvollziehen, daß das Schreiben und Dokumentieren und Abheften und Schreiben und Zusammenzählen und Fehlersuchen mit fettigen Fingern und mehligem Papier und feuchtgewordenen Zetteln und kaputten Kugelschreibern nervender Alltag ist und deshalb minimiert gehört.


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buddha
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Beiträge: 3

Re: Der GROSSE Quatsch: Bio- Mengenflusskontrolle
Antwort #1 - 26.11.2008 um 17:55:03
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Der Mann hat Recht! Wer selbst schon einmal in der Rolle des Ladners oder Produzentens gestanden ha, weiß das. Der Aufwand für kleine Betriebe ist unzumutbar. Wir haben doch keinen Extra-Angestellten, der das alles protokollieren kann. Wer soll das alles bezahlen?
Diese Kontrollen sind nur für Großbetriebe geeignet. Aber da soll die Entwicklung ja auch hingehen, oder?
Wenn nicht, müssen Kontrollprozeduren für Kleinbetriebe entwickelt werden.
Dann gibt es in diesem Bereich auch nicht mehr so viel Betrug.
Ich finde, die Leute, die sowas entscheiden, sollten mal 3 Monate Praktikum im Kleinbetrieb machen. Dann wissen die wovon wir hier reden.
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richard
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Beiträge: 2

Re: Der GROSSE Quatsch: Bio- Mengenflusskontrolle
Antwort #2 - 26.11.2008 um 21:11:21
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Oh schön, daß das jemand liest. So richtig heiß geht es hier ja nicht her im Forum. Würde den Beitrag gerne noch woanders posten, aber wo? Und natürlich eine juristisch begründete Antwort haben auf die Verfahrensprobleme.
Bei der nächsten Beanstandung ist eine LaMuF-Meldung angedroht. Aus dem normalen öffentlichen Recht kenne ich natürlich das eigene Recht, gegen behördliche Auflagen Widerspruch einzulegen. Das mache ich auch ganz gerne, aber etwas mehr Grundlage brauche ich schon dafür.
Der dbz-Verlag (Bäckerzeitung) legt eine neue Zeitschrift auf: Bio-Recht. Man glaubt es kaum, aber es schein nötig zu sein.
Kann man eigentlich in der Biohandel einen Leserbrief dazu bringen, der mehr als nur ein Brief bleibt?
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