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Beste Bio-Läden ausgezeichnet

News, 14.02.13 00:00

Wenn ich früher gewusst hätte, was mir der Bio-Landbau gibt, wäre ich gleich Biobauer geworden", so Douglas Tompkins auf der Preisverleihung der Schro&Korn-Leserwahl. Der Gründer der Modemarke Esprit und seit dem Verkauf seiner Anteile engagierte Bio-Unternehmer bestärkte die Gäste der Veranstaltung auf der BioFach in Nürnberg: "Denkt daran, wo die Bio-Bewegung vor 40 Jahren gestanden hat, und wo sie jetzt steht. Und den Rest erledigt der konventionelle Landbau schon selbst."
Die Gewinner
Die Gold-Gewinner gemeinsam mit Stephanie Silber, der verantwortlichen Redakteurin von Schro&Korn: Demeter-Hof Ostertag aus Meiersberg, Bogners Bio aus Waldkirchen, Bio-Supermarkt Tagwerk aus Gröbenzell und dert Hofladen im Kiez aus Berlin. 

Gastronomin Sarah Wiener überreichte die Urkunden an die Goldgewinner  - und verlieh der Veranstaltung zusätzliche Würze. Ihre Affinität zu ökologischen Lebensmitteln und gesundem Essen wurde der Bio Köchin wohl in die Wiege gelegt: "Meine Mutter hat selbst gekocht, seit ich denken kann, eine Zeit lang sogar makrobiotisch", wie sie sagt. Zwar sei sie nach drei Jahren von einer Steiner-Schule geflogen, aber: "da scheint etwas hängengeblieben zu sein - im positiven Sinn", so die Köchin heute rücvkblickend.

Wer sich schon mit 16 Jahren über Hormone in Fleisch aufgeregt hat, ist durchaus geeignet, die besten Bio-Läden des Jahres auszuzeichnen, und Sarah Wiener fühlte sich "sehr geehrt, bei dieser Verleihung dabei sein zu dürfen", wie sie sagte.

Durch die Veranstaltung führte Moderator Lukas Ullrich, der vor allem die partnerschaftliche Beziehung der Läden zu ihren Kunden herausstrich. Denn: "In Partnerschaft erreicht man immer mehr." Und dass sich die Kunden als Partner "ihrer" Läden verstehen, zeigt die riesige Teilnehmer-Resonanz: Mit 60.000 Lesern stimmten noch einmal 40 Prozent mehr ab als im Vorjahr (siehe BioHandel 3/13).

Ein toller Erfolg für die Läden, und ein toller Erfolg für die Schrot&Korn-Leserwahl, die nun bereits zum 10. Mal stattfand. Ein Jubiläum, das auch für das ständige Wachstum der Branche steht, wie Sabine Kaufmann betonte. Und ein gutes Zeichen für die Naturkostläden. Denn: "Ihr seid euren Kunden wichtig,", so die Geschäftsführerin des bio verlages. Und deren Anregungen sind Gold wert.

 

 

BioHandel, 03/2013

Wahl der „Besten Bio-Läden“

Teilnehmer-Rekord

Bei der Wahl der „Besten Bio-Läden“ gaben rund 60.000 Schrot&Korn-Leser ihre Bewertung ab – rund 40 Prozent mehr als im Vorjahr. Damit hat sich die kostenlose Kundenumfrage für Läden nach zehn Jahren endgültig etabliert. Horst Fiedler


Die Waschkörbe, die zur Lagerung der Stimmkarten im bio verlag bereitgestellt waren, reichten nicht aus. Denn diesmal bewerteten genau 60.319 Schrot&Korn-Leser „ihren“ Bio-Laden , rund 40 Prozent mehr als im Vorjahr. Weil nur knapp ein Viertel das Internet für die Stimmabgabe nutzte, gingen fast 46.000 gültige Karten ein. Gemessen an der November-Auflage von Schrot&Korn, liegt die Respons-Quote bei acht Prozent – ein Ergebnis, das in dieser Höhe eher selten erzielt wird. Es zeigt die Wertschätzung der Kunden gegenüber „ihrer“ Einkaufsstätte, auch dadurch, dass 86 Prozent der Einsender zusätzliche individuelle Bemerkungen auf die Karten geschrieben haben. Diese helfen den Läden, Mängel abzustellen oder bestärken sie in ihrem bislang eingeschlagenen Weg.

Bereits alles richtig gemacht haben die Hauptgewinner: Bei den Bioläden bis 100 Quadratmeter Verkaufsfläche bekommt Bogners Bio aus Waldkirchen als Gesamtsieger die „Goldene Ähre“, bei den Fachgeschäften (100 bis 400 qm) hat der Hofladen im Kiez aus Berlin die Nase vorn, bester Bio-Supermarkt (ab 400 qm) ist Tagwerk aus Gröbenzell. Und in der Kategorie Hofläden belegt der Demeter-Hof Ostertag aus Meiersberg Platz eins.

Stil und Qualität im Berliner Kiez

Die Gewinner-Läden und Ladeninhaber sind wieder sehr unterschiedlich - ein Beweis für die Vielfalt, die im Naturkostfachhandel herrscht. „Reich werden wir gerade nicht damit", sagen Daniel Dally und Florian Eistert, die beiden Freunde seit Schultagen und seit fast einem Jahr Besitzer des Hofladens im Kiez. Aber die beiden haben dem 220 Quadratmeter großen Bio-Fachmarkt einen wertigen, stylig-schlichten Charakter ge­geben, der mit hohem Bio-Qualitätsanspruch korrespondiert und auf Erfolg programmiert zu sein scheint.
Kiez
Prägen mit ihrer Persönlichkeit und eigenen Produkten den Bio-Fachmarkt Hofladen im Kiez: Daniel Dally und Florian Eistert. Sie zeigen, dass inhabergeführte Läden auch in Großstädten mit vielen Bio-Filialketten wie Berlin erfolgreich sein können.

Professionalität in ländlicher Idylle

Auch außerhalb der nachfragestarken Ballungszentren kommt es auf die besondere Note an, wie Ulrike und Franz Bogner mit ihrem kleinen Bioladen in Waldkirchen im Bayerischen Wald eindrucksvoll gezeigt haben. Sie setzten auf professionelle Unterstützung, indem sie einen branchenerfahrenen Ladengestalter und einen Innenausstatter beauftragten. So entstand in den Räumen der 300 Jahre alten Saußmühle ein Bioladen mit Bistro, der die Kunden sofort begeisterte. Toller Erfolg für einen aus der Not geborenen Laden.
Bogner
Ihnen gelang mit Bogners Bio im bayerischen Waldkirchen durch die Hilfe von Ladengestaltungs-Profis ein Traumstart: Ulrike und Frank Bogner haben nur wenige Monate nach der Eröffnung den „Besten Bio- Laden" Deutschlands in einer 300 Jahre alten Mühle.

Supermarkt mit Tante-Emma-Laden-Flair

Auch Christina Thurner und Martin Hobelsberger haben sich niemals träumen lassen, einmal einen Bioladen zu betreiben. Der 2006 gegründete, 550 Quadratmeter große Bio-Supermarkt Tagwerk in Gröbenzell ist in dieser Größenordnung natürlich ein Vollsortimenter und bietet eine enorme Bio-Vielfalt. Aber Christine Thurner hat mit besonderem Gespür für den Standort und mit ihrer Leidenschaft für Besonderes und Ausgefallenes auch zahlreiche Non-Food Spezialitäten im Laden. Die gesamte Atmosphäre lädt zum Verweilen, Schauen, Probieren und zu einem kleinen Plausch geradezu ein – es menschelt.
Tagwerk
Christine Thurner und Martin Hobelsberger verbinden in ihrem Bio-Supermarkt Tagwerk in Gröbenzell Persönliches und Professionelles zu einem äußerst erfolgreichen Angebot . Ihre Kunden haben das bei der Leserwahl mit der besten Benotung in dieser Ladenkategorie honoriert.

Nahversorger für die Region

Dagegen stand für Manfred Ostertag etwas anderes als ökologisch zu wirtschaften außer Frage. Er betreibt zusammen mit seiner Frau Petra den Demeter-Gemüsebetrieb und Hofladen Ostertag in Meiersberg bei Nürnberg. Gemäß ihrem Anspruch, ein Nahversorger „aus der Region für die Region“ zu sein, führt der inzwischen 50 Quadratmeter große Laden auch ein Grundsortiment an Trockenprodukten, Naturkosmetik, Putz- und Waschmitteln und sogar einige Tiefkühlprodukte, frisches Brot und Molkereiprodukte. Bereits 2008 wurde der Laden schon einmal „Bester Bioladen“, damals noch mit nur 20 Quadratmetern Verkaufsfläche.
Ostertag
Gewannen mit ihrem Demeter-Hofladen zum zweiten Mal Gold: Manfred und Petra Ostertag. Sie haben es verstanden, die Leserwahl 2008 gewinnbringend für sich zu nutzen. Der Laden in Meiersberg konnte von von 20 auf 50 Quadratmeter erweitert werden.

Analyse der Wahlergenisse:
Filialisten verbessern sich beim Personal

Durch die hohe Teilnehmerzahl, die vermutlich auf eine bessere Mobilisierung der Kunden durch die Läden zurückzuführen ist, schafften 808 Läden die Hürde von mindestens 20 Wertungen, um in die Wertung zu kommen – 200 mehr als im Vorjahr. Darunter sind auch 293 Bio-Supermärkte (2012 waren es 203).

Beim Vergleich von Filialisten und inhabergeführten Bio-Supermärkten erzielen letztere weiterhin bessere Durchschnittsnoten. Aber sie konnten in keiner Kategorie zulegen, während die Filialisten um jeweils 0,02 Punkte bessere Noten für die fachkundige Beratung und freundliche Bedienung erzielten. Bei den inhabergeführten Bio-Supermärkten gab es dagegen die höchsten negativen Veränderungen: Jeweils 0,09 Punkte bei Frische und fachkundiger Beratung sowie 0,08 beim Gesamteindruck. Insgesamt büßten die Großflächen bei der Bewertung ihrer Kunden 0,05 Punkte ein und kamen auf einen Notendurchschnitt von 1,42.

Bioläden am besten bewertet

In der Kategorie Gesamteindruck wurden die kleinen Läden (bis 100 qm) mit der Note 1,3 genauso bewertet wie 2012. Zwar gab es eine minimale Verschlechterung bei der Frische, jedoch wurden dafür das Preis-/Leistungsverhältnis und die freundliche Bedienung besser beurteilt. Diese beiden Kategorien erzielten bei den Bioläden neben fachkundiger Beratung und Sauberkeit die besten Noten aller Betriebstypen.

Bei den Fachgeschäften (100 bis 400 qm) kamen nicht nur Frische und Sortiment etwas schlechter weg. Auch in den übrigen Kategorien konnten die Vorjahreswerte nicht erreicht werden. Der Gesamteindruck wurde um 0,05 Punkte schlechter beurteilt und erhielt die Note 1,41.

Laden-Portraits

Alle vier Hauptgewinner des Schrot&Korn-Wettbewerbs „Beste Bioläden 2013“ werden in BioHandel, auch ausführlich vorgestellt. Wir beginnen in dieser Ausgabe mit Bogners Bioladen aus dem bayerischen Waldkirchen.

Frische bei Hofläden unschlagbar

Wenig Mängel aus Sicht ihrer Kunden haben Hofläden. Zwar bekamen auch sie in allen Kategorien etwas schlechtere Noten, aber beim Gesamteindruck holten sie mit 1,26 wieder die Bestnote. Herausragend unter allen Betriebstypen bleibt bei den Hofläden die Frische mit Note 1,29. Allerdings wurde diese Kategorie um 0,06 Punkte schlechter bewertet als 2012.

Warum der Notendurchschnitt insgesamt etwas abgesackt ist, lässt sich nicht sagen. Die stark gestiegene Teilnehmerzahl kann dazu beigetragen haben, dass mehr neue Kunden mit höheren Ansprüchen eine Beurteilung vorgenommen haben. Denn zehn Prozent der Teilnehmer kaufen erst seit einem Jahr im Bioladen ein, elf Prozent seit zwei Jahren. Natürlich kann es auch Qualitätseinbußen bei den Läden geben, die auch die 32 Prozent Stammkunden nicht gutheißen können, die seit mindestens zehn Jahren ihre Einkäufe in Naturkostläden tätigen.

194 Urkunden

Die schlechtere Benotung der Läden schlägt sich in der Vergabe der Urkunden nieder: Diesmal gibt es mit 194 Urkunden zwölf weniger als 2012. Sie werden in den sieben Bewertungskategorien (siehe hier) vergeben.

Bewerten Männer anders?

Der schlechtere Notendurchschnitt könnte auch am Verhalten der männlichen Stimmkartenversender liegen, die laut Auswertung des bio verlags etwas zurückhaltender bei guten Benotungen sind. Immerhin stellen sie mittlerweile mindestens ein Fünftel des Teilnehmerkreises, rund zwei Drittel sind Frauen, andere sind nicht eindeutig zuzuordnen. Vielleicht erklärt der verstärkte Auftritt der Männer in Bioläden zumindest, warum es die geringste Verschlechterung bei der Freundlichkeit der meist weiblichen Bedienung gab. Ihre angeblich besseren Rechenkünste dafür verantwortlich zu machen, dass das Preis-/Leistungsverhältnis mit einem Minus von 0,07 Punkten die schlechteste Entwicklung hatte, wäre dann aber wohl doch zu weit hergeholt. Vermutlich beurteilen die Kunden die Leistung, die sie für den zu zahlenden Preis bekommen, zunehmend kritisch oder sehen ihre Erwartungen nicht erfüllt.

 

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